Höhere Müllgebühr droht. Die Entsorgung von Müll wird im Bezirk Neunkirchen zukünftig mehr kosten. Die FPÖ kritisiert diese Erhöhung und fordert mehr Transparenz beim Finanzhaushalt.

Von Tanja Barta. Erstellt am 18. Oktober 2020 (04:55)
In einer Generalversammlung am 21. Oktober will der Abfallwirtschaftsverband die Preise für die Müllentsorgung erhöhen. „Nur so können wir die Müllentsorgung weiterhin gewährleisten“, so Abfallwirtschaftsverbands-Obmann Engelbert Pichler.
Tanja Barta

In einer Generalversammlung des Abfallwirtschaftsverbandes am 21. Oktober sollen unter anderem auch Preiserhöhungen für die Müllentsorgung beschlossen werden. Für die FPÖ Niederösterreich sind diese „massiven Erhöhungen“ unverständlich. Abfallswirtschaftsverbands-Obmann, Ortschef Engelbert Pichler (ÖVP) und dessen Stellvertreterin Sylvia Kögler (SPÖ) verteidigen die Erhöhungen aber.

Jürgen Handler, FPÖ, kritisiert die bevorstehende Preiserhöhung.
FPÖ NÖ

„Es kann nicht sein, dass der tiefschwarze Abfallwirtschaftsverband in Zeiten der schwersten Arbeitsmarkt- und Wirtschaftskrise derart massiv in die Taschen unserer Bevölkerung greift“, wettert Scheiblingkirchens FPÖ-Landtagsabgeordneter Jürgen Handler. In seinen Augen ist die Erhöhung der Preise „auf keinen Fall gerechtfertigt“. Die Freiheitlichen fordern daher volle Transparenz bei der Finanzgebarung. „Bevor die Bürger auch nur einen Euro mehr bezahlen, müssen alle Zahlen, Daten und Fakten auf den Tisch“, meint der Abgeordnete.

„Machen das nicht aus Jux und Tollerei!“

Dass der Verband „tiefschwarz“ sei, „liegt lediglich daran, dass in den Verband Gemeindevertreter geschickt werden. Und wir erhöhen die Preise nicht aus Jux und Tollerei. Die Gebühren müssen angepasst werden, weil die Situation auf den Wertstoff- und Verbrennungsmärkten schwer ist. Und auch die Verbrennungspreise sind enorm gestiegen“, so Verbands-Obmann-Stellvertreterin Sylvia Kögler (SPÖ). Obmann, ÖVP-Ortschef Engelbert Pichler betont, dass es seit 2012 keine Gebührenanpassungen gegebene hätte.

Engelbert Pichler, Verbands-Obmann: „Wurden auf Herz und Nieren geprüft!“
F: PG

„Wir sind nicht der einzige Verband, der seine Preise erhöhen muss. Es trifft nahezu jeden Abfallwirtschaftsverband. Und jene Verbände, die nicht erhöhen müssen, die hatten bereits erhöhte Preise“, so Pichler gegenüber der NÖN. Außerdem sei man vor fünf Jahren bereits bei 152 Euro für Nassmüll und Grüne Tonne gelegen. „Damals war es möglich, die Preise wegen des guten Wertstoffmarktes herunterzusetzen, jetzt müssen wir leider wieder zurück“, so der Verbands-Obmann.

Den Vorwurf, nicht genügend Transparenz bei den Finanzen zu haben, wehrt Pichler ebenfalls ab: „Wir wurden erst vor zwei Jahren vom Rechnungshof auf Herz und Nieren überprüft. Es gibt zudem regelmäßige Kassaprüfungen, bei denen bis jetzt nie etwas beanstandet wurde!“