Impfen als Schutz für sich selbst und andere. Die NÖN erkundigte sich bei Ärzten, Apothekern, aber auch bei Schuldirektoren, wie wichtig Impfen für die Gesellschaft ist.

Von Tanja Barta, Johannes Authried, Christian Feigl und Philipp Grabner. Erstellt am 11. Februar 2020 (05:47)
Impfen ist auch bei Erwachsenen ein Thema. Häufig fehlen Auffrischungsimpfungen. Symbolfoto: Shutterstock/Syda Productions
Shutterstock/Syda Productions

„Wer geimpft ist, ist geschützt.“ Davon ist die Amtsärztin der Bezirkshauptmannschaft, Elisabeth Hecher-Korinek, überzeugt. Wer sich selbst um seinen eigenen Schutz kümmern könne, solle das tun – denn manche Personen können sich selbst nicht impfen lassen, führt Hecher-Korinek aus.

„Zum Beispiel Frühgeborene, Patienten unter Chemotherapie, nach Transplantationen, mit schweren chronischen Erkrankungen oder sehr alte Personen. Sie sind darauf angewiesen, dass alle rund um sie herum gut geschützt sind, deshalb nicht erkranken und sie nicht anstecken“, so Hecher-Korinek über den sogenannten „Herdenschutz“. Dies funktioniere aber nur, „wenn ausreichend viele Personen geimpft sind, sodass die Erregerausbreitung gestoppt wird.“

Vierfachimpfung für Erwachsene am wichtigsten

Bei Kindern empfiehlt die Amtsärztin, sich an das kostenfreie Kinderimpfkonzept zu halten – im Pflichtschulalter, so Hecher-Korinek weiter, werden Babyimpfungen noch einmal kostenfrei aufgefrischt und ergänzt, „ab Ende der Schulpflicht muss sich jeder selbst um seine erforderlichen, regelmäßigen Auffrischungsimpfungen an seinen Hausarzt wenden“, ruft sie in Erinnerung.

Als wichtigste Impfungen für Erwachsene nennt die Amtsärztin die Vierfachimpfung gegen Diphterie-Tetanus-Kinderlähmung-Keuchhusten, die FSME-, die Hepatitis B-, die Masern-Mumps-Röteln-Impfung sowie die jährliche Grippeschutzimpfung.

In dieselbe Kerbe schlägt auch Oberarzt Michael Fasan aus Neunkirchen. „Gerade bei der Masernimpfung gibt es eine heftige Diskussion in der Gesellschaft, ob sie nicht verpflichtend eingestuft werden soll oder das ,Nichtimpfen‘ in irgendeiner Form sanktioniert werden soll, ich bin unbedingt dafür“, bezieht Fasan ganz klar Stellung. Grundsätzlich könne man sich am jährlich aktualisierten Impfplan vom Sozialministerium orientieren, „dabei handelt es sich um dringliche Empfehlungen“, wie er ausführt.

„Sie sind darauf angewiesen, dass alle rund um sie herum gut geschützt sind!“Elisabeth Hecher-Korinek über Personen, die nicht geimpft werden können.

Abseits jeder Diskussion übers Impfen seien hygienische Maßnahmen, etwa häufiges Händewaschen, sicherlich dazu geeignet, das Risiko für eine eigene Ansteckung zu senken, so Fasan: „In Grippezeiten ist das wesentlich effizienter als die oft verwendeten Atemmasken. Da ist noch viel Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung zu leisten“, ist Fasan überzeugt.

In welchem Alter es besonders wichtig sei, sich impfen zu lassen? Angelika Zwerger von der Apotheke „Zur Madonna“ in Neunkirchen ist überzeugt, dass das Impfen „in jedem Lebensalter einen wichtigen Beitrag zum Schutz der eigenen Gesundheit“ darstelle. Betreffend Hygienemaßnahmen sei es einerseits wichtig, sich mehrmals pro Tag gründlich die Hände mit Seife zu waschen, andererseits aber auch, mehrmals pro Tag ausreichend zu lüften, „um die Virenanzahl in der Luft möglichst gering zu halten“, wie Zwerger erklärt.

Unerlässlich ist das Impfen auch in den Augen von Gundi Lindau-Eperjesi von der Apotheke in Payerbach. „Aus aktuellem Anlass sollte man sich besonders gegen die Grippe, aber auch gegen Zecken impfen lassen“, so die Apothekerin. Besonders wichtig seien Impfungen bei Kleinkindern, aber auch Frauen, die einen Kinderwunsch haben.

Thematisiert wird das Impfen auch in den heimischen Schulen. „Wir bieten Impfungen für Hepatitis und Meningokokken freiwillig an und machen keinen Druck auf Eltern – Angebot und Nachfrage sind aber laut Schulärztin sehr gut“, betont Gymnasium Sachsenbrunn-Direktor Gernot Braunstorfer. Hygienemaßnahmen würden die Lehrkräfte laufend ansprechen, wie er ergänzt.

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