Junge Gemeinderäte starten Polit-Karrieren. In einigen Gemeinden sitzen viele neue Gesichter im Gemeinderat. Die NÖN stellte den jüngsten Mandataren des Bezirks Neunkirchen Fragen zum Start ihrer Polit-Karriere.

Von Tanja Barta. Erstellt am 01. April 2020 (05:38)
Gemeinderat Thomas Hamele, Bürgermeister Edi Rettenbacher (beide ProPayerbach) und JVP-Bezirksobmann Michael Stellwag mit den Nachwuchs-Gemeinderäten Mathias Pulpitel und Tim Bous, das Bild wurde vor der Coronakrise aufgenommen.
zVg/JVP

Mit den konstituierenden Gemeinderatssitzungen in den 44 Bezirks-Gemeinden hat die neue Legislaturperiode begonnen. Und die bringt in vielen Orten auch eine deutliche Verjüngung des Ortsparlaments mit sich: Zahlreiche junge Mandatare haben erstmals den Sprung in die Gemeindevertretung geschafft. Die NÖN wollte wissen, warum sie sich politisch engagieren.

Gerade einmal 18 Jahre alt waren Tim Bous und Mathias Pulpitel am Tag der Gemeinderatswahl. Die beiden sitzen nun für ProPayerbach im Gemeinderat und gehören somit zu den jüngsten Mandataren in Niederösterreich. Bevor sie den Sprung in den Gemeinderat gewagt haben, engagierten sich schon beide bei der Jungen Volkspartei. Nun gehen sie voll motiviert in ihre neue Aufgabe. Bous ist im Ausschuss für Finanzen und Kontrolle vertreten. Pulpitel deckt wiederum den Themenbereich Bildung, Jugend und Kultur ab. „Zusammen wollen wir den Jugendraum reaktivieren, Veranstaltungen organisieren und Wlan-Hotspots im öffentlichen Raum errichten. Das schafft einen Mehrwert für alle Junge“, so die beiden Neo-Gemeinderäte.

Madhavi Hussajenoff (SPÖ).
NOEN

Bei Susanna Madhavi Hussajenoff lag der Einstieg in die Kommunalpolitik auf der Hand. Schließlich steht die Politikwissenschaft auf dem Stundenplan der 20-jährigen Studentin aus Grünbach am Schneeberg. Politisch interessiert ist Hussajenoff, die seit wenigen Wochen für die SPÖ in ihrer Heimatgemeinde im Gemeinderat sitzt, schon lange: „Das starke politische Interesse meines Vaters und seine frühere Arbeit als Kommunalpolitiker und KPÖ-Parteifunktionär haben meine Begeisterung für die Politik bestimmt sehr beeinflusst und so wurde diese auch schon sehr früh bei mir geweckt, weil die Materie der Politik schon immer ein Teil meines Alltages war“, meint sie. Als Jugendgemeinderätin will sich die 20-Jährige unter anderem für „Junges Wohnen“ starkmachen. „Außerdem ist es mir auch sehr wichtig, dass wir nach den zahlreichen zwischenparteilichen Streitereien endlich einen gemeinsamen Weg gehen. Ich denke, dass wir Junge hier mal ein gutes Vorbild für die ,Alten‘ sein können“, ist sie überzeugt.

Clara Pfeiffer (Grüne).
zVg, SPÖ

Mit der 20-jährigen Clara Pfeiffer ist in den Scheiblingkirchner Gemeinderat die jüngste Mandatarin eingezogen. Sie kandidierte für die Grünen, die auf Anhieb drei Sitze holten. Sie möchte nun die Stimme für die Jugend innerhalb der Gemeinde sein und sich Themen, die der Jugend wichtig sind, annehmen. „Der Klimaschutz liegt mir besonders am Herzen!“, betont Pfeiffer.

Auch in Natschbach-Loipersbach gibt es einen neuen Rekord. Mit Mona Scherz (23 Jahre) wurde hier die jüngste geschäftsführende ÖVP-Gemeinderätin angelobt. Scherz war schon mehrere Jahre bei der Jungen Volkspartei aktiv und ist zudem Vorsitzende des neuen Umweltausschusses.