Lockdown: Wie Schulleiter auf Homeschooling reagieren. Nach den Oberstufen mussten mit gestern, Dienstag, auch die restlichen Schulen in Österreich erneut auf Distance Learning umstellen – bis 7. Dezember sollen die Kinder und Jugendlichen den Lernstoff nun von zuhause aus erlernen. NÖN.at holte dazu Stimmen aus dem Bezirk Neunkirchen ein.

Von Philipp Grabner und Tanja Barta. Erstellt am 18. November 2020 (17:37)
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APA (dpa/Symbolbild)

„Wirklich glücklich“ sei mit der Entscheidung der Bundesregierung wohl keine Schule in ganz Österreich, ist Bernhard Brunner, Direktor der Mittelschule Scheiblingkirchen, überzeugt: „Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme zu beurteilen steht mir nicht zu.

Fakt ist, dass wir das so umsetzen werden wie beschlossen“, erklärt Brunner. Noch am Samstagabend – kurz nach Bekanntgabe der Maßnahme durch die Bundesregierung – habe man Vorbereitungen fürs Distance Learning getroffen: „Sowohl mental, als auch technisch“, betont Brunner.

So habe man etwa vor, auch vereinzelt Schulstunden abzuhalten – eine Lehrerin oder ein Lehrer erklärt einen Sachverhalt im Klassenzimmer, die Schüler können die Ausführungen an der Tafel von daheim aus via „Microsoft Teams“ mitverfolgen. „Wichtig ist, dass wir den Schülern trotz allem einen geregelten Ablauf ermöglichen können. Die Lehrkräfte werden daher vermehrt mit den Jugendlichen in Kontakt treten“, so Brunner. 

Seit Schulbeginn hat man sich im Polytechnikum Ternitz auf das Szenario eines Lockdowns vorbereitet. „Es ist aber trotzdem unangenehm, da es ein enormer Aufwand für uns ist. Wir mussten innerhalb eines Tages den Schülern alle Infos mitgeben“, so Poly-Direktor Erich Santner.

Zum Glück sei die Schule in der komfortablen Lage, dass jeder Jugendliche technisch so ausgestattet sei, dass Distance Learning kein Problem darstelle. „Wir haben uns schon im Voraus nach Geräten für jene Schüler umgesehen, die keine technische Ausstattung hatten. Jetzt hat jeder entweder Laptop, PC oder Tablet“, erzählt Santner der NÖN am Telefon.

Laufender Kontakt zu Schülern

Auch am Semmering wurde schon mit einem zweiten Lockdown gerechnet. „Da wir ja schon zwei Wochen in der Umsetzung des Distance Learnings sind, ist das kein Problem. Es funktioniert bei uns sehr gut“, schildert Direktor Jürgen Kürner. „Natürlich besteht immer die Befürchtung, im Distance Learning manche Schülerinnen und Schüler zu ,verlieren‘.

Durch regelmäßige Videokonferenzen und den laufenden Kontakt der Klassenvorstände ist diese Gefahr an unserer Schule aber ziemlich gering. Das bestätigen uns auch die Schülerinnen und Schüler und die Eltern“, erklärt Kürner der NÖN. Präsenzunterricht soll es nur für Schüler geben, die in der Praxis und/oder Theorie zu abschließenden Prüfungen antreten.