Pfarren in der Corona-Krise: Improvisieren als Hilfe. Online-Meetings, Lernen im Familienkreis: Wie die Pfarren im Bezirk Neunkirchen mit der Corona-Krise umgehen.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:45)
Symbolbild

Erstkommunion und Firmung gehören zu den zentralen Säulen im Leben eines Christen. Doch weil die Pandemie jeden unserer Lebensbereiche verändert hat, gelten auch für die beiden kirchlichen Feste andere Spielregeln. Die NÖN wollte wissen, wie die Pfarren im Bezirk Neunkirchen mit der Situation umgehen.

Wie in den Schulen setzte auch Neunkirchens Pfarrer Bernhard Lang auf Online-Meetings, zumindest während des harten Lockdowns. „Vorher fanden die Vorbereitungsstunden, sowohl für die Erstkommunion, als auch für die Firmung, mit viel Abstand in der Kirche statt“, berichtet Lang. Wie die Erstkommunion, wird auch die Firmung mit besonderen Spielregeln gefeiert: „Kommen können nur die Angehörigen und im Vorfeld müssen sich alle anmelden“, so Pfarrer Lang.

Schwarzaus Pfarrmoderator Martin Glechner freut sich auf Firmstunden in Präsenz.
privat, privat

In Puchberg am Schneeberg wird Dechant Wolfgang Berger die Firmung heuer ausnahmsweise selbst spenden – für diesen Ausnahmefall habe er von der Diözese die Erlaubnis bekommen, erklärt Berger: „So kurzfristig war es nicht möglich, einen Firmspender zu finden.“ Die Vorbereitung fand weitestgehend online statt. Die Erstkommunionkinder wiederum lernten im Vorfeld vorwiegend zuhause in der Familie. „Zur Hilfestellung gab es Videos, Rückmeldungen kamen dann in Form von Fotos oder Zeichnungen“, erzählt Berger. Dieser Tage soll die Vorbereitung nun im Rahmen der Religionsstunden in der Kirche stattfinden. Ähnlich äußert sich Pater Martin Glechner, Pfarrmoderator in Schwarzau am Steinfeld. „Ab diesem Monat gibt es aber wieder Firmstunden mit den entsprechenden Vorkehrungen“, freut er sich schon. Die Erstkommunionfeier selbst könnte bei Schönwetter schließlich auch im Freien stattfinden.

Pfarre verschiebt Feier auf 2022

Einen komplett anderen Weg geht die Evangelische Pfarre Gloggnitz-Nasswald. Hier entschied man sich, die Konfirmation auf nächstes Jahr zu verschieben. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir digital nichts machen. Das entspricht einfach nicht unserem Konzept, denn bei der Vorbereitung soll man erleben“, so Pfarrer Andreas Lisson. Deshalb entschloss man sich, diesen Jahrgang und den nächsten zusammenzulegen und die Konfirmation auf 2022 zu verschieben. „Es waren alle damit einverstanden, weil die Konfirmanden alles bei der Vorbereitung mitmachen wollen“, so der Pfarrer.

Pater Andreas Lisson möchte, dass Konfirmanden bei der Vorbereitung etwas erleben.
Brandtner, Brandtner

Während man die Konfirmation in Gloggnitz-Nasswald ausfallen lässt, findet sie in Neunkirchen am 4. Juli statt – mit Abstand und Maske. „Wir werden das wie auch letztes Jahr im Herbst abhalten. Die Kirche bietet Platz für bis zu 120 Personen. Die Familien werden zusammensitzen“, kündigt der evangelische Pfarrer András Pál an. Die Vorbereitung dafür ging vorwiegend digital über die Bühne. Hin wieder gab es aber auch Gottesdienste, an denen die Konfirmanden teilnehmen mussten.

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