Radshopleiter: „Radfahren boomt wie noch nie!“. E-Bikes sind klarer Favorit bei den Kunden. Im Frühjahr ist ein ausgiebiges Service beim Fahrrad besonders wichtig.

Von Nadine Gasteiner. Erstellt am 07. April 2021 (04:45)
Für die Beschaffung seiner E-Bikes arbeitet Peter Winkle mit der Firma „Ebock“ aus Mürzzuschlag zusammen.  
Nadine Gasteiner

Rechtzeitig zu Frühjahrsbeginn werden die Fahrräder wieder aus dem Winterschlaf geholt. Dank dem sonnigen Wetter der vergangenen Woche traf man auf den Straßen im Bezirk bereits viele eifrige Radfahrer an.

Das Radfahren erlebt zurzeit einen Boom, den auch die Radexperten im Bezirk im Rahmen einer NÖN-Befragung bemerken. „Es boomt wie noch nie. Viele Menschen sind derzeit zuhause und können nicht fortfahren. Die Nachfrage ist doppelt so groß wie im Vorjahr“, erzählt Mario Rennhofer, Radshopleiter im Lagerhaus Ternitz. Markus Willinger vom Radgeschäft „Newbike“ in Saubersdorf (Gemeinde St. Egyden am Steinfeld) pflichtet ihm bei: „Die Nachfrage nach Fahrrädern und E-Bikes hat sich enorm gesteigert, ebenfalls die Reparaturen.“
Als klarer Trend bei den Radhändlern zeichnen sich die E-Bikes ab. Peter Winkle von „Zweirad Winkle“ in Neunkirchen erklärt: „E-Bike ist der Renner schlechthin. Es sind aber auch Rennräder und nach wie vor Mountainbikes stark.“ Auch Markus Willinger erzählt, dass in seinem Geschäft gerne E-Bikes gekauft werden und einen Anteil von 70 Prozent ausmachen. Genauso stark zeigt sich das auch im Lagerhaus Ternitz, wo E-Bikes einen Anteil von 65 Prozent ausmachen.

Große Probleme bei der Lieferung

Die lokalen Radverkäufer berichten jedoch allesamt von einem großen Problem – den aktuellen Lieferengpässen. Sie sind sich einig, dass man zurzeit beim Fahrradkauf schnell sein sollte. Peter Winkle schildert zum Beispiel: „Man bekommt nichts. Es kann passieren, dass man einen Tag zu spät dran ist und man sein gewünschtes Rad heuer nicht mehr bekommt.“ Willinger macht ebenso auf das Problem aufmerksam: „Wer ein neues Rad möchte, sollte schnell zugreifen, da die Liefersituation von Fahrrädern und Teilen immer schwieriger wird.“

Doch so sehr die Begeisterung fürs „Radln“ vorhanden ist, aktuell ist es nur unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen möglich. Die lokalen Radfahr-Vereine müssen deshalb noch auf ihre großen Ausfahrten warten. Johann Bartl, Obmann des Radclubs ARBÖ Sparkasse Neunkirchen, berichtet: „In der derzeitigen Lage ist ein normales Klubleben nicht möglich. Ein Klubtraining beziehungsweise Klubabende können daher auch nicht durchgeführt werden.“

„Die Bereifung und Bremsen sind das Um und Auf.“ Peter Winkle, „Zweirad Winkle“ Neunkirchen

Bartl erklärt, dass der Kontakt zu den Mitgliedern zurzeit nur telefonisch besteht und jeder einem Einzeltraining nachgeht. Dasselbe Schicksal ereilt auch den Neunkirchner Radclub „Durstige Speiche“, wie Obmann Franz Haiden schildert: „Normalerweise wären wir ein bis zwei Mal in der Woche in der Gruppe unterwegs und haben ein Ziel, wie ein Gasthaus oder einen Heurigen, das fehlt zusätzlich.“ Doch trotz der Einschränkungen konnten die beiden Vereine ihre Mitglieder halten und sogar ein paar neue dazugewinnen.

Aber was ist eigentlich zu beachten, wenn man nach langer Zeit wieder auf seinen zwei Rädern unterwegs sein möchte? Prinzipiell empfehlen die Radexperten ein Service beim Fachmann: „Man sollte unbedingt einen Fachmann drüberschauen lassen, der die Bereifung, Felgen, Schaltung, Bremsen, Schrauben und Luftdruck prüft“, so Willinger. Besonders bei den E-Bikes ist der Blick eines Experten von Vorteil, erklären die Radhändler. Durch die damit verbundene Technik ist es erforderlich, beispielsweise ein Update durchzuführen oder Fehler aus der Software auszulesen. „Das ist beim E-Bike ähnlich wie bei einem Auto“, erklärt Winkle. Bringt man sein Fahrrad jedoch selbst auf Vordermann, gibt es einiges zu beachten: Sollte man Risse an den Reifen erkennen, gehören diese sofort getauscht. Man sollte die Kettenschmierung überprüfen und alle Schrauben festziehen, gibt Rennhofer als Tipp. „Die Bereifung und Bremsen sind das Um und Auf“, betont Winkle. 

Bei Beachten der Tipps der lokalen Radexperten und einem ausgiebigen Service sollte der nächsten sicheren Ausfahrt somit eigentlich nichts mehr im Wege stehen...

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