Schule und soziale Medien: Lob und Tadel für Leitfaden. Während die Empfehlung von manchen durchaus kritisch beäugt wird, begrüßen sie wiederum andere.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 27. November 2018 (04:00)
Kürzlich hat der Landesschulrat den Informationserlass „Digitale Grundbildung und Einsatz von Social Media Software“ herausgegeben. Er empfiehlt Schulen und Schülern, in der Schul-Kommunikation auf Schulsoftware statt auf WhatsApp, Facebook oder Instagram zurückzugreifen.
Vasin Lee /Shutterstock.com

Die Meinungen im Bezirk gehen auseinander, was den neuen Leitfaden des Landesschulrates (LSR) betrifft. Darin empfiehlt dieser den Schulen unter anderem, von Kommunikationsplattformen wie „WhatsApp“ oder „Facebook“ Abstand zu nehmen.

Bernhard Brunner, Direktor der Neuen Mittelschule (NMS) Scheiblingkirchen, sieht die Empfehlungen durchaus kritisch: Wenn er mit „genügend Vorsicht und unter Kontrolle“ erfolge, sei der Einsatz von sozialen Medien im schulischen Bereich „durchaus sinnvoll“, ist Brunner überzeugt:

„Es kann praktisch sein, wenn man als Lehrer mit der Klasse so eine Kommunikationsplattform hat.“ Das könne manchmal zu Problemen führen, aber: „Meist sind das dann Gruppen, wo keine Lehrkräfte beteiligt waren.“ Man halte sich aber an die Empfehlungen des Landesschulrates und suche nun nach geeigneten Kommunikationsplattformen, so Brunner zur NÖN.

Ähnlich sehen das Katrin Siecenko und Eva Jeitler aus der 4a der NMS Scheiblingkirchen. „Wir hatten bis jetzt eine solche Gruppe am Handy in der Klasse, wo auch unsere Klassenlehrerin dabei war“, so die beiden. Das sei praktisch gewesen, da man etwa Fragen zur Hausübung habe stellen können. Umgekehrt konnte auch die Lehrkraft die Kinder an besondere Ereignisse erinnern. „Wir konnten uns auch über die Gruppe bei ihr krank melden. Für uns ist es nicht gut, wenn es diese Gruppe nicht mehr gibt.“

Katrin Siecenko und Eva Jeitler.
NMS Scheiblingkirchen

„Wertvoll“ sieht Karl Kager, Direktor der NMS Kirchberg, die Aussendung des LSR. „Es ist sinnvoll, dass sich die Schule von den privaten Netzwerken wie ,WhatsApp‘ distanziert. Leider erweist sich ,WhatsApp‘ bei diversen Gruppen als kontraproduktiv“, meint Kager.

Gernot Braunstorfer, Direktor am Gymnasium Sachsenbrunn, nimmt den Brief des Landesschulrates „zur Kenntnis“, man werde dies so umsetzen, meint er. Braunstorfer verweist aber auch darauf, dass „in der Gesellschaft von heute sehr viel über ,WhatsApp‘ läuft und beinahe jeder es nützt.“ So sei die App bei einer Schulveranstaltung oder Projekten durchaus praktisch. Dem Thema Social Media widme man sich in allen Unterstufen-Schulstufen, so Braunstorfer: „Wir lehren das integrativ in fast allen Gegenständen.“

Das haben übrigens sämtliche Schulen, die der NÖN eine Stellungnahme abgeben wollten, gemeinsam: Bei allen steht der richtige Umgang mit den Neuen Medien ganz oben auf dem Stundenplan...

Umfrage beendet

  • Ist ein Social-Media-Verbot an Schulen sinnvoll?