Schulsportstätten komplett ausgelastet. Gemeinden, Schulen und Vereine haben keine Probleme mit Mehrfachnutzung. Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht. Die NÖN hörte sich in der Region um.

Von Tanja Barta. Erstellt am 10. September 2019 (04:12)
Tanja Barta
Die Turnhalle der Neuen Mittelschule Ternitz ist gleichzeitig Leistungszentrum für Kunstturner.

Wenn es um Sporthallen geht, dann ist der Bezirk Neunkirchen im wahrsten Sinne des Wortes gesegnet. Neben einer eigenen Mehrzweckhalle in Ternitz sowie einer separaten Sporthalle in Wimpassing gibt es zudem überall Sportturnhallen, die von öffentlichen Vereinen genutzt werden dürfen.

Als ganz besondere Halle kristallisiert sich hier aber jene der Neuen Mittelschule in Ternitz heraus. Im Vorjahr wurde die komplett neue Schulsportstätte mit Kunstturnschwerpunkt eröffnet. Ganz zur Freude des ATSV Ternitz. Dieser darf seitdem die Halle nämlich als einziger Verein nach dem Unterricht nutzen. „Das war schon ein Kampf, bis wir es hierhin geschafft haben“, so die Chefin des ATSV Ternitz Sektion Kunstturnen, Ines Hamersak.

Vor dem Neubau wurde immer in der Mehrzweckhalle trainiert – auf Dauer für die professionellen Turnerinnen aber keine Lösung. Jetzt gehört ihnen ein eigener, abgesperrter Bereich, in dem alle Turngeräte untergebracht sind. Lediglich die Matten sowie der Gymnastikraum werden von Schülern und dem Verein zusammen benutzt. Zufrieden mit dieser Lösung ist auch NMS-Direktor Helmut Traper.

„Die Turnhalle ist für diese Doppelnutzung quasi schon konzipiert worden. Da wir in unserem Sportzweig auch einen Geräteturn-Schwerpunkt haben, hat das ganz gut gepasst“, erzählt Traper über die bisherigen Erfahrungen. Lediglich die Reinigungszeiten mussten geändert werden.

„Wir sind jeden Abend ausgelastet. Im Großen und Ganzen funktioniert alles sehr gut!“Irene Gölles, Listen-Bürgermeisterin.

Ohne Probleme verläuft auch die Nutzung in Gloggnitz. „Nach dem Unterricht kommen die Vereine in die Halle. Für uns ist es gut, dass auch einige Lehrpersonen im Vereinswesen engagiert sind“, erzählt Gloggnitz‘ NMS-Direktor Michael Tobler der NÖN. Verwaltet wird die Nutzung von der Stadtgemeinde selbst. Momentan werden die zwei Turnhallen, die Boulder- halle sowie ein Gymnastikraum, von neun Vereinen genutzt. „Wir sind jeden Abend ausgelastet. Im Großen und Ganzen funktioniert alles sehr gut“, freut sich Gloggnitz’ Listen-Bürgermeisterin Irene Gölles.

Die Wimpassinger Sporthalle wird ebenfalls nicht nur von der Volksschule, dem Kindergarten und der Ganztagsschule genutzt, sondern auch von insgesamt zehn Vereinen und einer Firma, die hier ihr „Lehrlingsturnen“ durchführt. „Es ist zwar der Wunsch von den Vereinen da, noch länger zu bleiben, aber wir sind voll ausgelastet“, so SPÖ-Ortschef Walter Jeitler. Zu Problemen durch die Mehrfachnutzung sei es bis dato noch nicht gekommen. „Wenn Schäden oder Schmutz entstehen, stellen wir das den Vereinen in Rechnung“, so Jeitler.

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