Speckgürtel wird immer breiter. Steigende Preise von Baugrundstücken sind zwar bemerkbar, Bezirk zählt aber zu günstigen im Süden des Landes.

Von Tanja Barta und Nadine Gasteiner. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:20)
Baugrund NÖ
OGM

Viele haben ihn – den Traum vom eigenen Haus. Dieser Traum kann aber für viele ganz schnell wieder platzen, wenn es um die Suche nach dem richtigen und finanzierbaren Grundstück geht. Die NÖN hörte sich um, wo man für den Bau des Eigenheims etwas tiefer in die Tasche greifen muss und in welchen Gemeinden die Grundstücke noch relativ günstig sind.

Der Bezirk Neunkirchen teilt sich, wenn es um die Quadratmeterkosten eines Baugrundes geht, in zwei Teile. Während man im Semmering-Raxgebiet und dem südlichen Wechselland noch günstig ein Grundstück erwerben kann, werden die Preise rund um die Städte des Bezirks und dem oberen Pittental immer höher.

So zählen die Gemeinden Ternitz, Schwarzau am Steinfeld und Pitten mit 88 Euro pro m² zu den teuersten Gemeinden im Bezirk. „Man sieht, dass die Grundstückspreise überall steigen. Die Gründe im Wiener Umland sind fast nicht mehr zu bezahlen“, so Ternitz‘ SPÖ-Vizebürgermeister Christian Samwald, der zudem betont, dass man mit 88 Euro noch nicht sehr teuer sein würde.

Ein Blick über die Bezirksgrenze nach Bad Erlach oder Winzendorf-Muthmannsdorf (beide Bezirk Wiener Neustadt-Land) bestätigt das: Hier liegt man bei den Quadratmeterpreisen bereits über 100 Euro.

Gebaut wird in Ternitz, trotz der Grundstückspreise, fleißig. „Wir haben schon eine rege Bautätigkeit, die beschränkt sich allerdings auf größere Wohnbauten. Die letzten Baugründe, die wir für den Bau von Einfamilienhäusern verkauft haben, waren jene am Sonnenhang in St. Johann“, erzählt Samwald. Diese wurden damals um 50 Euro pro m² verkauft, um Jungfamilien den Bau eines Eigenheims zu ermöglichen. Dass die Stadtgemeinde kein Bauland mehr hat, heißt jedoch nicht, dass es keines mehr gibt: „Wir haben schon noch viel Bauland, doch das befindet sich im Privatbesitz“, erklärt der „Vize“. Bauzwang gebe es auf diesen Grundstücken keinen, da sie bereits vor einigen Jahrzehnten umgewidmet wurden. „Wenn das Land heute ein Grundstück umwidmet, dann besteht quasi automatisch ein Bauzwang.“ Weiteres Bauland für Einfamilienhäuser wolle man in Ternitz derzeit nicht mobilisieren. „Wenn wir beim Land um eine Umwidmung anfragen würden, dann würde dieses zurecht sagen, dass es in Ternitz noch genügend Baulandfläche gibt. Nur das befindet sich eben in Privatbesitz“, so Samwald.

Wer lieber mehr Geld ins Haus und weniger ins Grundstück investieren möchte, der ist gut im südwestlichen Teil des Bezirks aufgehoben. So zählen etwa die Gemeinden Raach am Hochgebirge, Trattenbach, Ottherthal oder auch Schwarzau im Gebirge zu jenen, die Baugrundstücke um rund 40 Euro pro Quadratmeter anbieten. Dass die Preise im Vergleich zu anderen Regionen um die Hälfte niedriger sind, erklärt sich Schwarzaus SPÖ-Bürgermeister Michael Streif so: „Es liegt sicher auch an unserer Lage. Wir als Gemeinde wollen jedenfalls, dass die Preise so bleiben, um die Grundstücke auch für junge Menschen leistbar zu machen.“

Gemeinde hat keine

freien Baugründe

Obwohl die Gründe in Schwarzau so günstig sind, hat die Gemeinde mit einem Problem zu kämpfen: „Wir haben überhaupt keine Baugründe zu vergeben. Das Land genehmigt uns keine Umwidmungen mehr, weil wir genügend umgewidmete Flächen haben. Diese befinden sich allerdings in Privatbesitz. Und Gründe wieder zurück zu widmen wird schwierig.“

Umfrage beendet

  • Wie viel würdet ihr für einen Quadratmeter Bauland ausgeben?