Verkaufsboom bei Pfefferspray. Das bekannteste Waffengeschäft im Bezirk befindet sich in Neunkirchen: Vor allem in Krisenzeiten ist viel zu tun.

Von Christian Feigl. Erstellt am 13. Januar 2021 (04:45)
Nicht tödlich, aber auch wirksam: Siegert-Filialleiter Gottfried Pinkl präsentiert mit den Pfeffersprays seine aktuellen Bestseller.
Christian Feigl

„Wir sind relativ krisensicher“, sagt Gottfried Pinkl mit einem Schmunzler im Gesicht, als er die NÖN im Hof seines Waffengeschäfts in Neunkirchen empfängt. Er ist Filialleiter des Siegert-Stores in der Wiener Straße und somit des bekanntesten Waffengeschäfts im Bezirk Neunkirchen.

Aufsperren darf auch er im Lockdown nicht, „Click and Collect“ ist aber erlaubt und davon wird auch reichlich Gebrauch gemacht. So wie fast immer in Krisenzeiten konnte auch Pinkl vermehrte Nachfrage im Vorjahr nach seinen Produkten spüren.

„Beim Waffenverkauf hat sich aber nicht viel verändert“, erzählt er. Das mag vor allem auch daran liegen, dass Pinkl und sein Team primär auf Beratung setzen: „Viele kommen ja mit komplett falschen Vorstellungen her, glauben, dass sie sich so einfach eine Schusswaffe kaufen dürfen, und überlegen sich auch nicht, was im Ernstfall die Konsequenzen bedeuten.“ Darum stehen Beratung und Information bei ihm an oberster Stelle. Und nicht selten kommt es vor, dass „Kunden mit dem Wunsch nach einer Pistole herkommen und mit einem Pfefferspray nach Hause gehen“.

Pfefferspray - vernünftige Variante zur Selbstverteidigung

Denn „Pfefferspray ist eines der vernünftigsten Dinge“, erklärt der Experte. Dieser sei ab 18 Jahren legal zu erwerben und habe auch auf Distanz eine hohe Wirksamkeit. Davon konnte er sich erst unlängst wieder einmal selbst überzeugen, als eine ältere Dame den Spray gleich im Geschäft ausprobierte: „Ich habe dann schließen und ordentlich durchlüften müssen. Die Kundin war aber so begeistert, dass sie sich gleich einen zweiten gekauft hat“, erinnert er sich an den skurrilen Vorfall. Hier sei auch ein starker Anstieg beim Verkauf spürbar: „Ein beliebtes, wirksames und leistbares Produkt, das von der Studentin bis zum Rentner gekauft wird. Mit 20 bis 30 Euro ist man dabei.“

Wer eine „richtige“ Waffe besitzen möchte, der benötigt in Österreich eine Waffenbesitzkarte oder einen Waffenpass. „Damit ist hoher Aufwand verbunden und das ist auch gut so“, weiß Pinkl, „die meisten nehmen, wenn sie davon erfahren, wieder Abstand davon.“

Einen Trend habe er im Vorjahr aber doch feststellen können: „Das Interesse am Schießsport steigt wieder. Das dürfte auch am aktuellen Lifestyle liegen“, interpretiert Pinkl, der auch selbst begeisterter Jäger ist, die aktuelle Situation.

Dass allerdings immer mehr Menschen in Österreich Waffen besitzen, macht sich auch bei den Registrierungen in der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen bemerkbar: Waren es 2012 noch 5.105 genehmigungspflichtige Schusswaffen (Waffenpass oder Waffenbesitzkarte erforderlich), so wurden mit 1. Jänner 2021 bereits 6.313 solcher Waffen gezählt. Auch bei den genehmigungsfreien Schusswaffen (Langwaffen, Gewehre) kam es zu einem Anstieg von 6.834 auf 13.129 behördliche Vermerke. Was laut Bezirkshauptmannschaft aber vor allem damit zusammenhängt, dass im Zuge einer Gesetzesnovelle bis Mitte 2014 alle im Besitz befindlichen Arten solcher Waffen registriert sein mussten.

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