Verstärktes Interesse an Grippe-Impfung. Ärzte wie Apotheker aus dem Bezirk Neunkirchen rechnen mit mehr Nachfrage nach Grippe-Impfung. Schon jetzt etliche Voranmeldungen.

Von Gerhard Brandtner. Erstellt am 23. September 2020 (05:45)
Die Gloggnitzer Apotheker Peter und Claudia Gonda lassen sich seit Jahren gegen die Grippe impfen. Für heuer erwartet man eine deutlich höhere Nachfrage auf den Impfstoff. 
Gerhard Brandtner

Deutlich mehr Interesse als zuletzt zeichnet sich rund um die Grippe- Impfung im Bezirk Neunkirchen ab – nicht zuletzt auch mit dem Hintergrund der aktuellen Corona-Pandemie. Das ergab ein Rundruf der NÖN Neunkirchen bei Ärzten und Apothekern im Bezirk.

„Wir haben jetzt schon drei Mal mehr Anfragen, als wir im Vorjahr Impfstoff verkauft haben“, meint der Gloggnitzer Apotheker Peter Gonda. Aktuell sei der Impfstoff noch nicht in den Apotheken eingelangt, allerdings sieht Gonda, auch Präsident der NÖ Apothekerkammer, für heuer ein generelles Mengenproblem auf die Branche zukommen, da die Nachfrage vielfach höher sein werde, die Produktion damit aber nicht Schritt halten könne.

Katharina Hofer, Gemeindeärztin in Zöbern, nennt vor allem drei Personengruppen, denen sie eine Grippeimpfung besonders ans Herz legen würde: „Das sind Kinder in Kinderbetreuungseinrichtungen, chronisch Kranke sowie Personen, die im Gesundheitsbereich arbeiten“, erklärt sie gegenüber der NÖN. Grundsätzlich mache sie für alle Sinn, aber: „Heuer ist der Ansturm schon relativ hoch, und die Impfstoffe werden dadurch eher eng.“ Im Vorjahr habe sie 50 Grippeimpfungen durchgeführt, für heuer seien bereits 40 Voranmeldungen registriert, meint die Ärztin.

Risikogruppe wird eine Impfung sehr empfohlen

Ein steigendes Interesse an der Grippeimpfung nimmt auch Michael Hochstöger, Apotheker in Kirchberg am Wechsel, wahr: „Alleine durch die mediale Berichterstattung und Debatte überlegen sich mehr und mehr Leute, ob sie sich nicht impfen lassen sollten. Ich rechne daher auf jeden Fall mit einem Anstieg.“

Wer sich seiner Meinung nach gegen Grippe impfen lassen sollte? „Natürlich macht es vor allem für Menschen der Risikogruppe, für Menschen mit Vorerkrankungen Sinn. Aber im Grunde spricht bei keinem etwas dagegen“, ist er überzeugt. Was die Verfügbarkeit des Impfstoffes betrifft, verweist Hochstöger darauf, dass man bereits im Mai ein gewisses Kontingent vorreserviert habe: „Wahrscheinlich wird die erste Lieferung Ende September, Anfang Oktober eintreffen.“ Ob die gewünschte Menge aber tatsächlich geliefert werde, könne man nicht mit Sicherheit sagen: „Der Großhandel konnte da keine fixe Zusage geben.“

In der Ternitzer Apotheke zum Heiligen Peter und Paul zweifelt man ebenso daran, dass genügend Impfstoff vorhanden sein wird. Der Ansturm auf eine Grippe-Impfung sei schon jetzt vorhanden, daher schätzt man hier auch die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, als sehr hoch ein. Auf die Frage, ob es sinnvoll wäre, dass auch Apotheker Personen impfen können, heißt es: „Wir sind dafür. Apotheker sind täglich erreichbar!“

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