Wo der Kunde noch König ist. Die NÖN besuchte kleine Greißler und fragte nach, warum Kunden das Angebot dort schätzen.

Von Tanja Barta, Philipp Grabner und Clemens Thavonat. Erstellt am 26. November 2019 (04:56)
Gerhard Stangl leitet den örtlichen „Spar“-Markt in Trattenbach seit 1996. Er führt den Betrieb damit bereits in vierter Generation und ist froh, dass das Angebot von vielen Gemeindebürgern in Anspruch genommen wird.
Philipp Grabner

Schinken und Wurstwaren, Haarshampoo und Duschbad, Zeitschriften und Zigaretten – auch wenn der „Spar“-Markt in Trattenbach nicht allzu groß ist, wird hier wohl jeder fündig. Seit 1996 führt Gerhard Stangl das Geschäft vor allem mit viel Liebe zum Detail und persönlicher Kundenbetreuung – er übernahm den kleinen Nahversorger von seinen Eltern, wobei die Mutter bis heute noch mithilft. Stangl selbst führt den Greißler in vierter Generation, ein Nahversorger befindet sich aber bereits seit 1853 in dem Haus.

„Früher gab es ja einmal drei Geschäfte bei uns im Ort, übrig geblieben sind nur wir. Seit über 40 Jahren sind wir der einzige Nahversorger“, weiß Stangl. Dass das Angebot, direkt in dem rund 500 Seelen-Dorf einkaufen zu gehen, so gut angenommen wird, freut Stangl naturgemäß: „Geschätzt wird besonders, dass sie hier alles bekommen und ich auch gerne Artikel bestelle“, erzählt der Kaufmann der NÖN. Dabei würden nicht nur ältere Menschen das Angebot zu schätzen wissen, betont Stangl: „Es kommen genauso junge Menschen zu uns einkaufen.“

Stammkunde Günter Bauer geht ganz bewusst bei Gerhard Stangl einkaufen: „Es kann nicht sein, dass immer alle jammern, dass es keinen Nahversorger gibt und dann dort nicht einkaufen gehen. Das Angebot hier ist perfekt, alles, was ich für den täglichen Bedarf brauche, bekomme ich hier. Dafür muss ich nicht weit wegfahren“, lobt er Stangls Engagement.

Trotz Konkurrenz ist Zuspruch vorhanden

Seit 1974 gibt es auch den „Spar“-Markt Fasching in der Marktgemeinde Payerbach. 1994 übernahm ihn Christian Fasching von seiner Mutter und führt ihn bis heute sehr erfolgreich. Er setzt bei seinem Geschäft vor allem auf das Persönliche. „Wir bieten Hauszustellungen an, haben auch manchmal selbst gemachte Mehlspeisen“, gibt Fasching Einblick in das Angebot der Nahversorgers. Mit der Kundenfrequenz ist er trotz der großen Märkte von „Billa“ und „Spar“ in der Nachbargemeinde sehr zufrieden. „Die Kundentreue ist absolut da“, freut sich der Unternehmer über den großen Zuspruch.

Ein ganz besonderer Nahversorger befindet sich auch in der kleinen Schwarzatalgemeinde Breitenau. Die Schwestern Phyllis und Nina Tauchner betreiben am Kirchenplatz neben dem Steinfeldzentrum ihr Geschäft „klein & fein“. Die innovativen Geschäftsfrauen entwickelten dafür ein innovatives Konzept. Seit dem Jahr 2018 betreiben die Schwestern ihre Café-Greißlerei. Neben dem klassischen Sortiment – Nahrungsmittel, Hygieneprodukte, Rauchwaren und vieles mehr – gibt es viel Platz für Frühstück, Jause und Kaffeeplausch im Lokalteil. Auch Schule und Kindergarten werden mit Jausen beliefert, und viele Werktätige versorgen sich vor Arbeitsbeginn mit Speisen und Getränken. In der warmen Jahreszeit lädt zudem ein kleiner Schanigarten vor dem Lokal zum Verweilen ein.

„Feine Spezialitäten sind unsere hausgemachten Mehlspeisen und Torten, welche auf Vorbestellung liebevoll dekoriert werden können. Natürlich dürfen aber auch Aufschnittplatten mit Wurst oder Käse und belegte Brötchen im Angebot nicht fehlen“, berichtet Phyllis Tauchner der NÖN Neunkirchen.

Was auch noch möglich ist, wie Nina erklärt, ist – bei Bedarf – eine Zustellung bestellter Waren. „Ist jemand krank oder hat eine Behinderung, so ist es keine Frage, dass wir einspringen und unsere Kunden beliefern.“ Bereits ab 5.30 Uhr sind die Damen Montag bis Freitag im Einsatz, Samstag ab 7 Uhr und Mittwoch auch am Nachmittag.

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