Nahversorgung hat Zukunft: „Ich kenne meine Kunden“. Hermine Krause arbeitete 17 Jahre bei ADEG. 2013 übernahm sie das Geschäft als „Nah & Frisch“.

Von Kristina Veraszto. Erstellt am 26. November 2019 (03:05)
Jeden Tag kauft Grete Bailer (l.) bei Hermine Krause (r.) im „Nah & Frisch“ ein. „Ich wäre todunglücklich, wenn das Geschäft nicht mehr da wäre“, so die Lichtenwörtherin.
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Seit fast sieben Jahren versorgt Hermine Krause mit ihrem „Nah & Frisch“ auf der Pöttschingerstraße in Lichtenwörth die Bevölkerung. Ihre Geschichte zum Geschäft reicht aber viel weiter zurück: Bevor sie 2013 den Supermarkt übernahm, arbeitete sie dort 17 Jahre lang als Angestellte. Damals wurde das Geschäft noch von der Familie Rubendunst als ADEG geführt. Als die Betreiber sich in die Pension verabschiedeten war die Nachfolge aber keineswegs geregelt. „Ich habe mir gedacht: Das mache sich sicher nicht“, sagt Hermine Krause im NÖN-Gespräch.

Die Pflichten einer Selbstständigkeit schreckten die 46-Jährige ab. Mit der Unterstützung der Familie entschied sie dann doch dazu, das Geschäft weiterzuführen. Zuerst wurde der Laden aber umfangreich saniert. „Die Elektronik, die Kühlung, Regale und die Kassa, alles wurde neu gemacht.

Es wurde auch ausgemalt und die Fassade erneuert“, erzählt Krause. Die Bevölkerung freute sich, dass das Geschäft von einer gebürtigen Lichtenwörtherin übernommen wurde, erinnert sich Krause zurück: „Alle haben mich sehr unterstützt.“ Auch ihr Großhandelspartner, das Unternehmen Kastner, von dem Krause ihre Produkte bezieht, war während der Eröffnung ständig vor Ort. Dennoch war der Anfang nicht leicht: „Ich bin von früh bis spät im Geschäft gestanden.“ Als langjährige Mitarbeiterin wusste Krause aber genau, welche Produkte sich verkaufen. Die „Schwachstellen“ im Markt konnte sie schnell ausbessern.

Auch Junge bevorzugen den Nahversorger

Es ist vor allem die ältere Generation, die das Angebot des „Nah & Frisch“ nutzen. Krause merkt aber auch, dass es immer mehr junge Menschen sind, die den Nahversorger bevorzugen. „Viele Junge, aber auch Familien wollen sich den Trubel in den großen Geschäften nicht antun und kaufen bei mir, das was sie brauchen“, sagt Krause. Zum Beispiel die Bio-Frischmilch in Pfandflaschen sind bei den Kunden beliebt. Zu Krauses Stammkunden zählen aber auch Arbeiter und Auswertige, die sich schon in der Früh bei ihr eine Jause holen können. „Wir sind einer von wenigen ,Nah & Frisch‘-Märkten, die Montag bis Samstag durchgehend geöffnet haben ¨– und das ab sieben Uhr“, betont die zweifache Mutter, die mit ihrem Mann und ihren Söhnen in Zillingdorf wohnt.

Kunden schätzen die familiäre Atmosphäre

Ihre Lehre als Einzelhandelskauffrau absolvierte sie in Wiener Neustadt in der damaligen Konsum-Filiale in der Herzog Leopold-Straße. Dass sie in den familiären Betrieb eines Nahversorgers gewechselt ist, bereut Krause heute nicht. Gerade das Plaudern mit ihren Kunden, sich Zeit für ihre Anliegen zu nehmen und gleichzeitig Lebensmittel zu verkaufen, macht der 46-Jährigen Freude: „Ich kenne meine Kunden sehr gut.“ Und auch die Einkäufer schätzen die freundliche und familiäre Atmosphäre. Das weiß auch Grete Bailer, die jeden Morgen bei Hermine Krause einkauft. Und auch die Preise überzeugen die Lichtenwörtherin. „Ich wäre todunglücklich, wenn das Geschäft nicht mehr da wäre“, so Bailer.

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