Fastenzeit: Verzicht ist auch ein Erfolg. Auch viele Promis legten sich während der Fastenzeit diverse „Opfer“ auf, an die sie sich auch gehalten haben.

Von Karin Pollak. Erstellt am 17. April 2019 (04:21)
Markus Füxl

Immer mehr Menschen nutzen die Fastenzeit, um sich beim Alkohol, Zucker, Fleisch, Zigaretten oder auch bei der Handy- und Computernutzung zurück zu nehmen. Die NÖN hinterfragte am Ende der Fastenzeit im Bezirk Gmünd den Erfolg dieser „passiven Aktivitäten“.

Bei Bezirkshauptmann Michael Widermann funktionieren die Fastenvorsätze recht gut: „Ich habe die Naschereien und den Alkohol stark eingeschränkt. Wenn man sich das intensiv vornimmt, dann ist es auch relativ einfach.“

Der Erfolg sei auch auf der Waage erkennbar. Er freut sich aber jetzt schon auf die Ostertage, die er in der Kärntner Heimat seiner Gattin verbringen wird: „Dort hat das Fasten einen sehr hohen Stellenwert. In der Karwoche wird komplett gefastet. Dafür gibt es am Nachmittag des Karsamstages das ‚Weihfleisch‘.“ Diese besondere Jause mit dem in der Kirche gesegneten Geselchten und dem Most lässt sich Widermann sehr gerne schmecken.

„Der Bierkonsum geht zurück, dafür steigt die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier“Brauereibesitzer Karl Schwarz

Keine Schokolade gab es in den letzten Wochen für den Zwettler Bürgermeister Franz Mold: „Das ist für mich wirklich ein Verzicht. Es fällt zwar sehr schwer, aber es funktioniert“, weiß Mold, der darin schon einige Erfahrung hat, führte er dieses bewusste Verzichten während der Fastenzeit schon öfter durch. Dass die fehlende Schokolade durch andere Lebensmittel, wie etwa Essiggurkerl „kompensiert“ wird, verrät er ebenso wie die Tatsache, dass heuer keine Kilos gepurzelt sind: „Bevor ich Bürgermeister geworden bin, hatte ich Zeit für manuelle Arbeiten zuhause, die habe ich jetzt nicht mehr. Das merkt man.“

„Bewusster Leben“ ist für den Leiter des Herz-Kreislauf-Zentrums Groß Gerungs, Fritz Weber, seit Jahren ein wichtiges Thema. Seine selbst verhängte „Mo-Do-Regel – kein Alkohol von Montag bis Donnerstag – hat er in der Fastenzeit auf alle Tage ausgeweitet: „Mit auf einigen wenigen Joker gelingt das auch.“ Gründe für dieses „Alkoholverbot“ gibt es mehrere: Zum einen geht es um den Beweis, dass man das auch schafft, zum anderen um das Gewicht zu reduzieren. Im Herz-Kreislauf-Zentrum ist Fasten kein großes Thema: „Die Ernährungsumstellung steht bei uns im Vordergrund, damit unsere Patienten bewusst und gesund weiter leben“, so Weber.

„Ich bin kein ‚Faster‘ im klassischen Sinn. Ich versuche, das ganze Jahr über bewusst zu leben, nicht nur zur Osterzeit."AMS-Leiter Chef Kurt Steinbauer

Auch bei AMS-Leiter Chef Kurt Steinbauer steht eine bewusste Ernährung das ganze Jahr über im Focus: „Ich bin kein ‚Faster‘ im klassischen Sinn. Ich versuche, das ganze Jahr über bewusst zu leben, nicht nur zur Osterzeit. Ich verzichte zur Fastenzeit deshalb nicht bewusst auf etwas Bestimmtes. Nur wenn man ständig achtsam mit sich selbst ist, kann man auch achtsam mit anderen umgehen.“

Das gilt auch bei Brauerbesitzer Karl Schwarz. „Meinen Alkoholkonsum, den ich selbst als kontrolliert und gemäßigt bezeichnen würde, verändere ich das ganze Jahr über nicht. Ich möchte ja auch als Bierbrauer hier nicht mit einem schlechten Beispiel vorangehen“, sagt Schwarz mit einem Augenzwinkern. Betreffend Bierkonsum sei in der Zwettler Brauerei seit einigen Jahren in der Fastenzeit jedoch schon ein etwas verhaltener Konsum von Bier speziell in der Gastronomie zu bemerken. „Dafür steigt die Nachfrage nach alkoholfreiem Bier“, weiß der Brauereibesitzer.

Bei Hannelore Zinner von „Waldland“ ist das Fasten kein Thema, auch die Kunden würden in der Fastenzeit kein verändertes Kaufverhalten an den Tag legen: „Wer zu uns kommt, kauft Spezialitäten und das passt natürlich nicht mit dem Fasten zusammen“, erklärt Zinner.

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