Arbeiterkammer Neunkirchen erstritt eine Million Euro

Erstellt am 22. September 2022 | 05:16
Lesezeit: 2 Min
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Zogen für die AK Bilanz: Gerhard Windbichler und Vizepräsident Horst Pammer.
Foto: AK Neunkirchen
Statt Gehalt gab es Kündigung: Hotel musste seiner Angestelltern 8.000 Euro nachzahlen.
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Für die Mitarbeiter der Arbeiterkammer-Bezirksstelle war das erste Halbjahr ein mehr als arbeitsreiches. „Mehr als 8.000 Menschen haben im ersten Halbjahr mit uns Kontakt aufgenommen“, berichtet Bezirksstellenleiter Gerhard Windbichler aus dem Alltag. „Dabei ging es manchmal lediglich um rasche Auskünfte und Informationen zu Kurzarbeit, einvernehmlicher Auflösung, Kündigung, Quarantänebestimmungen, Homeoffice und Freistellung wegen Kinderbetreuung.“

„Anstatt der Auszahlung bekam sie jedoch die Kündigung. Also wandte sich die Frau an uns“
Gerhard Windbichler

In rund 3.350 Fällen benötigten die Hilfesuchenden allerdings weiterführende Beratung und die Unterstützung von Experten in konkreten Problemfällen. Einer davon beschäftigte sich mit dem Fall einer Hotelangestellten im Bezirk, die mehrmals den noch ausstehenden Monatslohn beim Dienstgeber gefordert hatte. „Anstatt der Auszahlung bekam sie jedoch die Kündigung. Also wandte sich die Frau an uns“, erinnert sich Windbichler.

„Weil unsere Intervention beim Dienstgeber erfolglos blieb, wurden die Ansprüche beim Arbeits- und Sozialgericht eingeklagt.“

Bei Überprüfung der Endabrechnung ergaben sich neben mittlerweile zwei nicht ausbezahlten Gehältern auch noch Mängel bei der Berechnung der offenen Urlaubstage. Zudem fehlte die Begleichung der aliquoten Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld und Weihnachtsremuneration. In Summe ergaben sich offene Ansprüche in Gesamthöhe von rund 8.800 Euro. „Weil unsere Intervention beim Dienstgeber erfolglos blieb, wurden die Ansprüche beim Arbeits- und Sozialgericht eingeklagt. Vor allem überzeugten die persönlichen Arbeits- und Urlaubsaufzeichnungen der Angestellten das Gericht, das in der Folge den Zahlungsbefehl an die Hotelleitung übermittelte“, so Windbichler.

Gerade die aktuelle Krise mache einmal mehr deutlich, wie wichtig die Arbeiterkammer als regionale Anlaufstelle sei. Insgesamt hat die Bezirksstelle heuer mit einer Summe von 1.053.475 Euro mehr als eine Million Euro für die Arbeitnehmer der Region gesichert.

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