Wie der Bezirk Neunkirchen trotz Blackout funktioniert

Der Strom ist aus – und dann? Die NÖN wollte wissen, wer bei einem Blackout in der Region welche Aufgaben hat.

Erstellt am 03. November 2021 | 04:33
Feuerwehrhaus Neunkirchen
Fällt der Strom im Feuerwehrhaus Neunkirchen aus, aktiviert sich automatisch ein Diesel-Aggregat, wie Vizekommandant Bernhard Vorauer und Kommandant Mario Lukas beim NÖN-Besuch berichten.
 
Foto: Philipp Grabner

Die allermeisten wurden bis dato von einem Blackout verschont – einzig die Bürger von Thernberg wissen, wie es sich anfühlt, wenn plötzlich das Licht ausgeht. Für mehrere Wochen war es in der kleinen Ortschaft im Bezirk Neunkirchen zuletzt dunkel – wenn auch nur fiktiv, bei Dreharbeiten für die neue ORF-Serie „Alles finster“.

Was in der Event-Serie, die im kommenden Jahr ausgestrahlt werden soll, erzählt wird, könnte aber auch in der Realität passieren, sagen Experten. Eine zentrale Rolle bei einem solchen Szenario würde die Bezirkshauptmannschaft einnehmen. Besonders wichtig sei im Falle des Falles die Kommunikation mit den Hilfsorganisationen.

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„Dieser erfolgt über den Digitalfunk, der allen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben in NÖ zur Verfügung steht. Dieser ist notstromversorgt“, weiß Bezirkshauptfrau-Stellvertreter Michael Engel. Grundsätzlich hätten die Energieversorger Pläne, um im Falle eines flächigen Stromausfalles rasch die Versorgung wiederherzustellen, so Engel – trotzdem könne man keine Entwarnung geben: „Wie bereits eingetretene Stromausfälle gezeigt haben, kann ein Blackout nicht ausgeschlossen werden“, sagt Engel.

Damit die Behörde auch bei einem Blackout ihren Aufgaben nachkommen kann, sorgt im Fall des Falles übrigens die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen-Stadt mit einem Stromaggregat. Im Feuerwehrhaus und der Bezirksalarmzentrale kommt bei einem Blackout ein stationäres Diesel-Aggregat zum Einsatz. Die Fahrzeughalle wiederum könnte zu einer Notunterkunft umfunktioniert werden. „Sie ist auf 18 Grad beheizbar, damit sind wir eigentlich recht gut ausgerüstet“, meint Feuerwehrkommandant, Branddirektor Mario Lukas. Eine enge Abstimmung wäre im Katastrophenfall jedenfalls mit dem Roten Kreuz nötig.

Auch dort sieht man sich für das Szenario gerüstet: „Wir sind jedenfalls so weit Blackout-sicher, dass der Krankentransport zu jeder Zeit aufrecht erhalten bleibt“, erklärt Bezirksrettungskommandant Paul Pilshofer.

Zivilschutzverband ortet Informationsdefizit

Bereits im Vorfeld eines Blackout-Szenarios wird der Zivilschutzverband aktiv. Er soll die Bevölkerung über das richtige Verhalten in Notfallsituationen informieren – in NÖ tut er das unter anderem mit Präventionsvorträgen in Gemeinden oder Schulen. Um Letzteres kümmerte sich vor der Pandemie vor allem der stellvertretende Bezirksleiter des Zivilschutzverbandes, Christian Dungl aus Puchberg. Er ortet Informationsdefizite – ganz generell, vor allem aber bei der Jugend.

„Viele können mit dem Begriff Blackout nicht viel anfangen und haben ihn vielleicht gerade einmal gehört“, meint er. Dabei treffe ein Blackout die Bevölkerung, was die Versorgung betrifft, weitaus mehr als ein Corona-Lockdown, meint Dungl: „Der Supermarkt hat dann nicht offen – denn weder die Eingangstüre funktioniert noch die Tiefkühltruhe.“ Er empfiehlt, Nahrung für 14 Tage zuhause zu horten, außerdem Batterien und Kerzen.

Die Stadt Ternitz plant 2022 übrigens einen Themenschwerpunkt. Mit Einsatzkräften will man sich auf ein mögliches Blackout vorbereiten – im Mittelpunkt soll das neue Katastrophenschutzzentrum in Rohrbach stehen.

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