FF-Neubau sorgt für Zündstoff. Bei den Vorarbeiten wurde entgegen den Ratschlägen von Experten eine Hütte abgerissen.

Von Johannes Authried und Christian Feigl. Erstellt am 13. August 2019 (05:10)
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Im Zuge des Neubaus für das Feuerwehrhaus wurde mit den Vorarbeiten begonnen, bei denen eine Hütte...

Der geplante Neubau des Feuerwehrhauses sorgt in der kleinen Kurgemeinde erneut für Zündstoff. Angefeuert wurde die Debatte nach einer jüngsten Aussendung der „Bürgerinitiative Breitenstein“, nachdem nun ein erstes, von vielen Experten als schützenswert bezeichnetes Gebäude, der Abrissbirne zum Opfer fiel.

Und das, obwohl sich Experten namens der UNESCO-Welterbestätte Semmeringbahn sowie der Leiter der Abteilung Kunst und Kultur des Landes NÖ, Hermann Dikowitsch, eine Berücksichtigung dieser Einwände erbeten hatten.

„Im Sinn des Schutzes des Ortsbildes wurde empfohlen, vom Abbruch des Gebäudes, einer Holzhütte hinter dem Gemeindeamt, abzusehen. Mit dieser Maßnahme sollte die Veränderung der bestehenden kleinteiligen Bebauung hin zur Vergrößerung des Bauvolumens bestehender Gebäude durch mehrmalige Erweiterungen sowie Freistellen dieser nunmehr größeren Gebäude entgegengewirkt werden. Dennoch wurde das historische Holzgebäude am 3. August von der Freiwilligen Feuerwehr Breitenstein in einer konzertierten Aktion demoliert und die Trümmer rasch abtransportiert“, ärgert sich Projektgegner Richard Weihs.

„Ich werde mit der Gemeinde schon demnächst das Gespräch suchen!“Hermann Dikowitsch, Kuklturchef des Landes.

Für ÖVP-Ortschef Engelbert Rinnhofer ist alles „regelkonform“ gelaufen (siehe Stellungnahme nebenan). Auch von einer Bürgerinitiative ist hm nichts bekannt: „Ich weiß nichts von einer Bürgerinitiative. Das sind ein, zwei Leute, die gar nichts damit zu tun haben sowie einem Anrainer. Die Vorarbeiten haben bereits begonnen und Baustart ist Ende September.“

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...dem Erdboden gleichgemacht wurde. Während für die einen das Haus schützenswert war, sehen die anderen darin keinen Verlust.

Bis dahin möchte allerdings noch Hermann Dikowitsch vom Land das Gespräch mit der Gemeinde suchen: „Klar ist einmal, dass der Bau im Wirkungsbereich der Gemeinde liegt. Aber auch, dass es diese Empfehlungen gegeben hat. Ich habe dabei nur meine Bitte um Berücksichtigung geäußert“, sieht er den Abriss der Hütte emotionslos. Auch für Feuerwehr-Kommandant Rainer Wegscheider ist der eingeschlagene Weg klar: „Ich verstehe die Proteste nicht und was an der ehemaligen morschen Holzhütte historisch gewesen sein soll. Es ist alles rechtens und für mich somit erledigt. Man darf dabei nicht vergessen, dass das Feuerwehrhaus für den Schutz des Ortes und der Bevölkerung ist.“