Neunkirchen: Schranken 38 Minuten geschlossen. Am Übergang Raglitzerstraße wurden die Nerven der Verkehrsteilnehmer strapaziert. ÖBB argumentiert mit Baustelle.

Von Christian Feigl. Erstellt am 05. Mai 2021 (05:55)
In der Vorwoche war der Bahnübergang in der Raglitzerstraße 38 Minuten durchgehend geschlossen.
Feigl, Feigl

38 Minuten! So lange blieb am Mittwochnachmittag der Vorwoche die Südbahn-Schrankenanlage in der Raglitzerstraße für den Verkehr durchgehend geschlossen. Am Übergang hätten sich chaosartige Szenen abgespielt, so eine Anruferin verärgert zur NÖN.

Sie selbst fährt die Strecke ab und zu am Heimweg nach Puchberg, aber an eine derart lange Schließzeit könne sie sich nicht erinnern: „Ganze neun Züge habe ich in der Zeit gezählt und dazwischen wäre mehrmals die Möglichkeit gewesen, den Schranken zumindest kurz zu öffnen. An Einsatzkräfte, die wohin müssen, oder einen Notfall möchte ich gar nicht denken.“ Autos hätten kreuz und quer umgedreht und Fußgänger nur mehr den Kopf geschüttelt.

Von einem „Wahnsinn“ spricht auch SPÖ-Infrastrukturstadtrat Günther Kautz, als er von dem Vorfall von der NÖN erfährt. „Das zeigt, wie dringend notwendig es ist, dass die Unterführung rasch umgesetzt wird.“

Bei der ÖBB bestätigt man den Vorfall: „Die längere Schließzeit war lediglich dem dichten Zugsverkehr in Folge der Baustelle im Bereich Ternitz geschuldet. Um dieses temporär erhöhte Verkehrsaufkommen entsprechend den Vorgaben mit sehr geringer Verspätung abwickeln zu können, ist es auch notwendig, dass die Eisenbahnkreuzung dementsprechend ins Betriebsgeschehen eingebunden wird. Wäre hier nicht eingegriffen worden, so wären in dieser Zeit Verspätungen in einem größeren Ausmaß entstanden“, erklärt Pressesprecher Christopher Seif.