Aufarbeitung und Reue nach Alko-Unfall von Ternitzer Vizestadtchef

Erstellt am 15. Juni 2022 | 06:00
Lesezeit: 4 Min
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Nach seinem Unfall Ende Mai ist Ternitz‘ SPÖ-Vizebürgermeister Christian Samwald seinen Führerschein für längere Zeit los. „Ich werde jetzt mehr auf dem Rad unterwegs sein!“, so der Lokalpolitiker.
Foto: Archiv
Ende Mai krachte der Landes- und Lokalpolitiker Christian Samwald (SPÖ) betrunken mit seiner Vespa in die eigene Hausmauer.
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Der Ternitzer SPÖ-Landtagsabgeordnete und Vizebürgermeister Christian Samwald hat an seinem 42. Geburtstag vergangenen Freitag schon mehr gelacht: Denn unmittelbar davor wurde publik, dass er Ende Mai mit seiner Vespa einen Verkehrsunfall im alkoholisierten Zustand gebaut hatte und nun den Führerschein für längere Zeit los ist.

,,Ich stehe dazu, möchte mich bei allen entschuldigen, weil es mir furchtbar leidtut. Ich muss und werde nun mit den Konsequenzen leben“, so ein zerknirschter Samwald im Gespräch mit der NÖN.

Vize blieb bewusstlos auf der Straße liegen

Zugetragen hatte sich die peinliche Geschichte bereits Ende Mai, als der Politiker auf der Heimfahrt von einer Veranstaltung kurz vor dem eigenen Haus noch bei Nachbarn einkehrte: „Dort war es sehr lustig und wir haben auch einiges getrunken. Leider habe ich mich dann dazu hinreißen lassen, die letzten Meter bis zu meinem Haus noch mit meiner Vespa zurückzulegen.“ Ein Fehler mit großen Folgen. Samwald touchierte kurz vor dem Domizil die eigene Hausmauer und bleibt bewusstlos am Straßenrand liegen. Zwei Mädchen, die vorbeikommen, setzten die Rettungskette in Kraft. Er wurde auf die Unfallabteilung ins Wiener Neustädter Krankenhaus eingeliefert, die Polizei nahm den Unfall auf. „Dort wurde mir dann Blut abgenommen und die Alkoholisierung festgestellt“, so Samwald, der bei dem Crash einen Helm trug und keine weiteren Verletzungen erlitt.

Den Führerschein ist er nun einige Zeit los – „und das ist auch völlig richtig so. Ich fahre jetzt viel mit dem Rad oder werde von anderen im Auto mitgenommen.“ Dass er deswegen auf einen Dienstwagen zurückgreifen könne, wie es in Gerüchten heißt, stellt er in Abrede.

Unterstützung der Landes- und Stadtpartei

Und politische Konsequenzen? „Die wird es nicht geben. Ja, ich habe Mist gebaut, bin aber auch nicht der Erste, der das gemacht hat. Zum Glück ist niemandem dabei etwas passiert. Es wird mir eine große Lehre sein und ich werde nie wieder alkoholisiert ein Fahrzeug in Betrieb nehmen“, erklärt Samwald und verweist auch auf Rückendeckung von der Landespartei, wo er im Landtag ja auch als stellvertretender Klubobmann agiert.

„Die Sache ist für mich erledigt!“

Sein politischer Ziehvater und Ternitzer Bürgermeister Rupert Dworak steht ebenfalls weiterhin hinter Samwald: „Christian ist das mehr als unangenehm. Man sieht, dass er darunter leidet.“ Dworak betont zudem aber auch, dass er als Politiker in der Öffentlichkeit stehe und damit leben müsse. „Die Sache ist für mich aber erledigt“, so der Stadtchef, der die Solidarität innerhalb der Ternitzer SPÖ gegenüber Samwald lobt.

„Aber aus Fehlern lernt man“

Und was sagen die Oppositionsparteien der Stadt zu dem Vorfall des Vizebürgermeisters? Während sich die Freiheitliche Fraktion gänzlich zurückhielt, meinte der Fraktionssprecher der ÖVP, Thomas Huber, nur: „Er sieht ein, dass er einen Fehler gemacht hat. Die ÖVP wird hier nicht der Richter sein. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ Ähnlich sieht das Neos-Gemeinderat Ilhami Bozkurt, der meint, dass auch Politiker nur Menschen sind. „Aber aus Fehlern lernt man“, so Bozkurt.

Die einzige Fraktion, die sich kritisch zu dem Unfall äußert, ist die Bürgerliste. „Wir möchten darüber schon unser Unverständnis ausdrücken, denn das ist sicherlich kein Kavaliersdelikt, schon gar nicht von einem Vertreter der Politik“, meint etwa Bürgerlisten-Mandatarin Anna Spies. Dass Samwald nun mehrmals auf das Rad umsteigen muss, begrüßt sie. „Vielleicht bringt der Perspektivenwechsel ja die Erkenntnis, dass hier in Ternitz in puncto Radfahren noch vieles getan werden muss“, spielt Spies auf das Thema „Radnetz in Ternitz“ an, das die Bürgerliste seit Jahren kritisiert.

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