AMS-Chef: „Auswirkungen schwer einschätzbar!“. Neunkirchens AMS-Chef Walter Jeitler über die Herausforderungen im zweiten harten Lockdown.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 18. November 2020 (04:55)
Walter Jeitler, Leiter der Bezirksstelle des Arbeitsmarktservice Neunkirchen.
Grabner

NÖN: Wie hart wird der Lockdown den Arbeitsmarkt treffen?

Walter Jeitler: Die negativen Auswirkungen des ab 3. November in Kraft getretenen Teil-Lockdowns auf den Arbeitsmarkt hielten sich bisher in Grenzen. Die Auswirkungen des harten Lockdowns erscheinen mir derzeit schwer einschätzbar. Aus den Erfahrungen des ersten Lockdowns im März/April ist jedoch in den nächsten Wochen mit einem verstärkten Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr zu rechnen.

NÖN: Können Sie schon eine Prognose bezüglich der Arbeitslosenzahlen für 2021 machen?

Walter Jeitler: Wie hoch die Zahlen der neuen Antragstellungen auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung – Arbeitslosengeld und Notstandshilfe – sein werden, wird unter anderem sehr stark von den Details der angekündigten Wirtschaftshilfen abhängig sein. Wenngleich mir auf Bezirksebene eine seriöse Prognose nicht möglich erscheint, rechne ich im Vergleich zu 2020 mit einer deutlichen Erhöhung der Arbeitslosigkeit.

NÖN: Gibt es vom Arbeitsmarktservice zusätzliche Hilfestellungen in dieser schweren Zeit?

Walter Jeitler : Abgesehen von den Hilfestellungen im Zuge der Existenzsicherung aller von der Arbeitslosigkeit betroffenen Personen, versuchen wir, Arbeitslosigkeit mit unseren Vermittlungsangeboten und unseren Qualifizierungsangeboten so kurz wie möglich zu halten. Darüber hinaus stehen im nächsten Jahr im Rahmen der Corona-Joboffensive österreichweit zusätzlich 700 Millionen Euro für Qualifizierungsschwerpunkte in Bereichen mit hohem Personalbedarf zur Verfügung. Rund 100.000 könnten hier eine Ausbildung absolvieren.

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