„Das Ende war absehbar“. KIRCHBERG / Kirchbergs ehemaliger FPÖ-Nationalrat Hans Müller stellte im Bankenschuss bereits 2007 eine Expertise: Mit einem vernichtenden Urteil für die Kärntner Bank.

Von Christian Feigl. Erstellt am 03. März 2014 (23:59)
NOEN, NÖN
Zeigte schon 2007 Weitblick: Hans Müller.
Von Christian Feigl

„Das Ende der Hypo Alpe Adria war für mich bereits 2007 absehbar!“ Mit dieser starken Ansage meldete sich der ehemalige Kirchberger FPÖ-Nationalrat Hans Müller im Büro der NÖN. Mit dabei hatte er ein zwölfseitiges Gutachten, das er im damaligen Jahr im Auftrag seiner Partei erstellt hatte. Mit einem vernichtenden Urteil.

 

NOEN, NÖN
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1998 bis 2002 unbankmäßige Tätigkeiten

Müller, der von 1999 bis 2002 die Freiheitlichen im Nationalrat vertrat, wurde 2007 von der FPÖ beauftragt, die Expertise im Rahmen des Bankenausschusses zu erstellen. Immerhin war der Kirchberger 40 Jahre im Bankenwesen tätig. „Ich kann nur aus der Sicht eines Bankstellenleiters einer kleinen Raiffeisenkasse sagen, dass bei der Hypo-Alpen-Adriabank schon in den Jahren 1998 bis 2002 sagenhafte unbankmäßige Tätigkeiten durchgeführt wurden, die an organisierte Kriminalität grenzten“, so eine der Kernaussagen Müllers. Für ihn war die fatale Entwicklung bereits vor sieben Jahren klar: „Die Verantwortlichen hätten schon damals die Notbremse ziehen müssen. Da hätte man viel Geld erspart.“

Und was wurde aus Müllers Bericht?

„Mein vorliegender Bericht wurde leider in den Schlussbesprechungen nicht eingebunden, da ÖVP und SPÖ den Bankenüberprüfungsausschuss seine Legitimität entzogen und trotz Protest der Oppositionsparteien aufgelöst hat.“

Dass auch aktuell gegen einen Untersuchungsausschuss gestimmt wurde, ärgert auch einen NÖN-Leser. Er möchte den Grund dafür von SPÖ-Nationalrat Hans Hechtl wissen: „Wir sind für eine ordentliche Abhandlung. Es gab ja bereits zwei Landes-Untersuchungsausschüsse. Jetzt muss erst mit geringstmöglicher Belastung der Steuerzahler abgewickelt werden, dann kann man sich das alles noch einmal von Bundesseite anschauen“, so Hechtl dazu.