Der Schneeberg als Naturschauspiel. Bergretter Karl Tisch erkundete in seiner Funktion als Mitarbeiter des Lawinenwarndienstes den Schneeberg. Mit dabei nicht nur sein Hund Nemo, sondern auch die Kamera...

Von Philipp Grabner. Erstellt am 02. Januar 2020 (10:26)

Er kennt den Schneeberg wie seine Westentasche. Die Rede ist von Karl Tisch aus Schneebergdörfl (Gemeinde Puchberg am Schneeberg). Der Bergretter und Buchautor war am vorletzten Tag des Jahres in seiner Funktion als freiwilliger Mitarbeiter des Lawinenwarndienstes unterwegs, um nach der Schlechtwetterperiode die Schnee- und Lawinenlage zu erkunden. Mit dabei: Sein Hund Nemo und die Kamera.

Touren sind von hoher Bedeutung für Sicherheit

Die Erkundungstouren seien von hoher Bedeutung, erklärt Tisch: „Vor allem für alle Bergsteiger und Tourengeher ist meine Arbeit sehr wichtig für ihre Sicherheit und Tourenplanung.“ Sehr zeitig brach er gemeinsam mit Nemo auf den Fadensteig auf. „Es ist immer sehr schön, angenehm und vor allem entspannt, wenn man alleine auf diesem Berg unterwegs ist“, schwärmt er. Die Wetterverhältnisse seien gut gewesen, meint Tisch: „An diesem Morgen war es zwar leicht windig, aber angenehm zu gehen, im Tal minus elf Grad und auf der Edelweißhütte bereits minus drei Grad.“

Der Fadensteig war zu dem Zeitpunkt leicht vereist, „die Seilquerung musste ich erst vom Triebschnee freitreten“, so Tisch – und er ergänzt: „Im Bereich des kleinen Fadendreiecks ging die Sonne hinter den dichten Lärchenbäumen auf, was aussah, als würden diese zu brennen beginnen. Auch einige Gämsen querten meinen Weg. Als ich dann endlich beim Fadensteigausstieg war, offenbarte sich mir ein überwältigender Ausblick in Richtung westliches Alpenvorland, wo gerade die Bergspitzen von der Sonne beleuchtet wurden.“

"Kreuz und Funkstation sehen jedes Mal anders aus!"

Anschließend ging es für den „Schneeberg-Karl“, wie Tisch von vielen genannt wird, weiter Richtung Gipfel. „Am Gipfel selbst war es für mich wieder ein besonderer Anblick, da das Kreuz und die Funkstation mit dem Anraum bei jeder Schlechtwetterperiode immer anders ausschauen.“ Auch die bekannte Fischerhütte präsentierte sich gänzlich in Eis gehüllt. „Der Winterraum auf der Fischerhütte ist sehr wichtig für alle Bergsteiger und Tourengeher, welche sich bei schlechtem Wetter am Berg aufwärmen und erholen können. Ohne diesen wichtigen Raum wäre schon so mancher Bergsteiger erfroren“, appelliert Tisch, mit dem Raum sorgsam umzugehen. Danach ging es für Tisch weiter zur Einfahrt der Breiten Ries, welche er dann mit den Skiern herunterfuhr.

"Jede Tour ist für mich ein Erlebnis!"

„Es war wieder eine beeindruckende Schneeberg-Tour mit vielen schönen Eindrücken und vielen schönen Fotos. Für mich ist jede Tour ein Erlebnis, da sich der Berg immer von einer anderen Seite zeigen kann und es wichtig ist, mit offenen Augen diesen zu besteigen, um die vielen Eindrücke zu erleben.“ Alle Schneeberg-Wanderer bittet Tisch, gerade jetzt im Winter eine entsprechende Vorbereitung zu treffen: „Vor allem ist die dazugehörige Ausrüstung im Rucksack mitzuführen – wichtig ist es aber nicht nur, sie mitzuführen, sondern auch damit umgehen zu können“, so Tisch.