Schwarzau: Neo-Vize Zöchling brauchte Bedenkzeit. Das Angebot, der erste ÖVP-Vize zu werden, kam für Gemeinderat Hannes Zöchling sehr überraschend.

Von Tanja Barta. Erstellt am 17. Mai 2020 (05:34)
Die Entscheidung, Vizebürgermeister zu werden, ist Hannes Zöchling (ÖVP) nicht leicht gefallen. Bei sich zu Hause ist der Landwirt nämlich auch für 80 Rinder zuständig.
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Überraschte Gesichter gab es bei der konstituierenden Sitzung in Schwarzau im Gebirge, als der Vorschlag für den Vizebürgermeister vorgetragen wurde. Dieser lautete nämlich auf keinen SPÖ-Mandatar – die SPÖ hält die absolute Mehrheit – sondern auf ÖVP-Gemeinderat Hannes Zöchling. Dieser wurde schließlich mit 14 von 15 Stimmen zum ersten ÖVP-Vizebürgermeister in Schwarzau gewählt.

Und dieses Angebot kam auch für Zöchling selbst überraschend. „Ich hätte nicht daran gedacht“, meint er. Doch die Angst vor möglichen Neuwahlen wäre dann doch zu groß gewesen. „Um diese zu vermeiden, wurden unzählige Telefonate mit dem Bürgermeister (Michael Streif, SPÖ) geführt. Nach mehreren Sitzungen zwischen den Fraktionen SPÖ und ÖVP wurde ich einstimmig zur Vizebürgermeisterwahl in die konstituierende Sitzung geschickt“, erklärt Zöchling die Situation.

Die Entscheidung, Vize zu werden, ist ihm nicht leicht gefallen. „Da ich Landwirt bin, mit 80 Stück Rinder, die auch viel Zeit in Anspruch nehmen, habe ich gemeinsam mit meiner Familie schon eine Bedenkzeit gebraucht“, so der Neo-Vize.

Welche Projekte Hannes Zöchling in den nächsten Jahren besonders am Herzen liegen? „Die Infrastruktur zu erhalten und wenn möglich noch weiter auszubauen.“ Außerdem würden seit Jahrzehnten Gewerbegründe bzw. Baugründe fehlen, „damit unsere Bürger in der Gemeinde bleiben“, ist Zöchling überzeugt.