Müllverbrennungsanlage in Reichenau laut MM „kein Thema“

„Initiative zur Verhinderung einer Müllverbrennungsanlage in Reichenau an der Rax“ hatte zur Informationsveranstaltung ins Parkhotel geladen. MM-Geschäftsführer Thomas Gschwendtner stand dabei Rede und Antwort.

Aktualisiert am 20. Oktober 2021 | 14:57

Vor etwa einem Jahr wurde die MM-Karton in Hirschwang geschlossen – weil nun Teile des ehemaligen Werks, darunter ein thermisches Kleinkraftwerk, zum Verkauf stehen, befürchtet ein Teil der Bürger, dass dort eine Müllverbrennungsanlage errichtet werden könnte. Das passe mit einem Luftkurort keineswegs zusammen, argumentieren Vertreter der „Initiative zur Verhinderung einer Müllverbrennungsanlage in Reichenau an der Rax“.

Am Dienstagabend wandte sich nach mehreren Medienberichten und Aufregung in der Bevölkerung nun Geschäftsführer Thomas Gschwendtner von Mayr-Melnhof in die Höhle des Löwen – der Manager stand den Proponenten der Initiative und vor allem zahlreichen Bürgern Rede und Antwort. Und er wurde dabei nicht müde zu betonen, dass eine Müllverbrennungsanlage kein Thema sei. „Müllsäcke aus aller Herren Länder werden nicht angekarrt“, so die Botschaft von Gschwendtner, der auch öfters betonte, dass Nachhaltigkeit eine Kernkompetenz der Gruppe und man generell offen und gesprächsbereit sei. „Wir sind für jede Idee dankbar“, ließ Gschwendtner wissen.

Initiative will „Klarheit bringen“

Um „Klarheit zu bringen“, hatte man den Abend ins Leben gerufen, so die Ansage von Touristiker Bernd Scharfegger – gemeinsam mit den weiteren Initiatoren Johannes Ribeiro da Silva und Thomas Przibil brachte er dar, wie groß die Angst sei, dass das Werk an einen Abfallvertreter erfolgen könnte und dann – zwecks Gewinnoptimierung – in großem Stile Müll verbrannt werde. „Den Gewinn hat man mit der Kartonerzeugung gemacht, nicht mit der Verbrennung“, so Ribeiro da Silva.

Gschwendtner wiederum betonte, dass man die Anlage 16 Jahre lang „perfekt“ betrieben habe und es nie zu Problemen gekommen sei. „Einem Käufer, den wir nicht kennen, müssen wir alles zutrauen“, lautete die Kritik von Scharfegger, „Müllverbrennung versus Luftkurort passt nicht in mein Bild!“

Reichenaus Bürgermeister Johann Döller (ÖVP) stellte klar, dass Gemeinde wie auch Land erst dann tätig sein könnten, wenn ein neuer Eigentümer bekannt sei. In der Diskussion kam zum Ausdruck, dass man sich eine offene Kommunikation wünsche und man hoffe, dass man eine Alternative zur Verbrennung von Abfällen finde. „Ich sehe mich da auch als Bindeglied zwischen MM und der Initiative“, so die Botschaft von Döller.