Franz Berger: Neunkirchner Nikolaus seit über 50 Jahren. Die NÖN sprach mit , der seit seiner Jugendzeit regelmäßig den berühmten weißen Bart überstreift.

Von Philipp Grabner und Tanja Barta. Erstellt am 03. Dezember 2019 (05:31)
Franz Berger in seinem Element: Als Nikolaus am Hauptplatz. Foto: Zwazl/privat
Zwazl/privat

Bereits in seiner Zeit als Jugendlicher erfreute Franz Berger aus Neunkirchen die Kinder als Nikolaus. Heute ist der Mollramer 77 Jahre alt – und geht seiner Leidenschaft noch immer mit großer Begeisterung nach. „Über die Landjugend bin ich dazu gekommen, dass ich als Nikolaus unterwegs war – von der Pfarre wurden wir da in die Ortschaften geschickt“, erinnert sich der frühere ÖVP-Stadtrat und heutige Gemeinderat zurück.

Bis auf ein, zwei Ausfälle habe er seitdem jedes Jahr den weißen Bart übergestreift: „Ich bin ja eigentlich keiner, der sich gerne verkleidet. Die einzige Verkleidung, die ich meinem Körper zumute, ist die des Nikolaus“, muss Berger im NÖN-Gespräch schmunzeln.

Dabei sind es vor allem die persönlichen Begegnungen, die Berger freuen: „Die Begeisterung der Kinder ist in all den Jahren gleich geblieben, die Faszination ist ungebrochen“, ist er überzeugt. Und fügt hinzu, dass es da keinen Unterschied mache, welches Religionsbekenntnis die Kinder hätten: „Muslimische Kinder freuen sich genauso über den Nikolaus!“

Kein Wunder, gehe es doch beim Besuch des Nikolaus vor allem um eine Botschaft: „Und zwar um das Vermitteln von Wärme und von Liebe“, ist Berger überzeugt. Wenn die Weihnachtszeit vorbei sei, wisse er oft nicht, „wer letztendlich mehr Freude empfindet – die Kinder oder ich selbst“, macht Berger das Dasein als Nikolaus großen Spaß.

„Es ist einfach wichtig, dass man aus dem Nikolo-Besuch keine große Show macht.“Franz Fidler aus Raglitz

Auch heuer ist der 77-Jährige in der Vorweihnachtszeit ziemlich ausgebucht: „Und ich mache sicherlich weiter, so lange ich gehen kann“, denkt er nicht daran, das Nikolauskostüm an den Nagel zu hängen.

Auch Franz Fidler aus Raglitz hat die Rolle des Nikolaus schon oft übernommen. Momentan legt er allerdings eine Pause ein: „Wir haben kleine Enkelkinder und das wäre blöd, wenn die mich erkennen würden!“ Über 40 Jahre organisiert Fidler bereits Veranstaltungen für die kleinen Bürger des Ternitzer Ortsteils. Auf Tradition legt er dabei sehr großen Wert.

„Es ist einfach wichtig, dass man aus dem Nikolo-Besuch keine große Show macht. Wenn man so eine Veranstaltung ruhig über die Bühne gehen lässt, dann ist das auch für die Kinder toll“, hat Fidler bereits einige Erfahrung als Nikolo gesammelt. Wie oft er schon als dieser unterwegs war, kann er gar nicht sagen. Doch eines war in Raglitz immer klar: Der Krampus spielt keine große Rolle. „Bei uns steht wirklich der Nikolaus im Mittelpunkt. Sicher gibt es auch den ein oder anderen Krampus. Doch Radau dürfen sie bei uns keinen machen“, stellt Fidler klar.

„Es war immer wunderschön, die Kinder und deren leuchtende Augen zu sehen!“Franz Fidler, 20 Jahre lang Nikolaus.

In Raglitz selbst ist der Nikolaus-Empfang noch sehr traditionell. Bevor dieser kommt, wird noch Musik gemacht und die Kinder üben Lieder, die sie dem Nikolaus später auch vorsingen. „Dann kommt der Nikolaus in einem Lichterwagen, der von einem Traktor gezogen wird und begrüßt die Kinder“, gibt Fidler Einblick in die Feierlichkeit. Bevor die jungen Raglitzer zum Nikolo selbst dürfen, gibt es allerdings noch eine kleine Geschichtsstunde.

„Es wird dann erzählt, wer der Nikolaus überhaupt ist und welche Geschichte hinter ihm steckt“, geht Fidler näher auf das Programm ein. Danach gibt es für die Kids aber kein Halten mehr. Sie dürfen zum Nikolaus auf den Wagen und bekommen dort ein kleines Säckchen mit Leckereien.

Doch damit ist die Arbeit für den Nikolaus nicht beendet. „Danach ging es für uns dann noch weiter zu den Hausbesuchen. Es war immer wunderschön, die kleinen Kinder und deren leuchtende Augen zu sehen“, erinnert sich Fidler an seine Zeit als Nikolaus zurück. Ein Comeback ist für ihn nicht ausgeschlossen: „Wenn sie mich brauchen, dann bin ich natürlich da.“ Allerdings erst, wenn die Enkerl etwas größer sind.

Übrigens: In Raglitz ist der Nikolaus am 5. Dezember zu Gast. Los geht es um 16.30 Uhr beim Gemeindeplatz.

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