Endgültiges Aus für Skigebiet St. Corona. ST, CORONA / Nach einem weiteren Treffen aller Beteiligten steht für das Land fest, dass kein einziger Euro mehr „verschwendet“ wird.

Von Karin Egerer. Erstellt am 17. Februar 2014 (23:59)
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Das Skigebiet St. Corona wird schon bald der Vergangenheit angehören. Bereits im kommenden Frühjahr sollen die Liftanlagen abgebaut werden. Die touristische Zukunft der ehemaligen Wintersporthochburg steht in den Sternen.
Von Karin Egerer

Die Enttäuschung ist nach dem Gipfeltreffen der Landesverantwortlichen und der ARGE groß. Laut Lukas Reutterer, Pressesprecher von Landesrätin Petra Bohuslav, wird es keine politischen Gespräche mehr über ein etwaiges Skigebiet St. Corona geben. „Wir lassen uns nicht verantwortlich machen für das Versagen der Vertreter des Projektes. Das Alternativprojekt mit Sommerrodelbahn, Kinderskiland und Erlebniswanderweg steht nach wie vor im Raum. Aber auch hier erwarten wir uns, dass rasch ein erster Schritt von der ARGE ausgeht.“
 

Michael Bitterl: „Die Ausschreibung war sehr umfangreich“

Auch einige Gründe für das Auseinanderklaffen der Ausschreibungen um sieben Millionen wurden genannt. „Es ist Standard in den meisten Skigebieten, dass sich die Beschneiungspunkte danach ausrichten, dass es in 75 Stunden eine Piste gibt und nicht in sieben Tagen, so wie in der anderen Kostenschätzung der ARGE. Ein weiterer Grund ist die geänderte Streckenführung, die über andere Grundstücke läuft als die ursprüngliche“, so Markus Redl, Geschäftsführer der NÖ Bergbahnen Beteiligungsgesellschaft. „Außerdem kann man eine Einzelaufstellung der verschiedenen Posten nicht mit einer Gesamtkostenausschreibung vergleichen, weil die rechtlichen Rahmenbedingungen anders ausschauen.“

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Michael Bitterl, Geschäftsführer der Firma Doppelmayer, die als einzige Bietergruppe das Angebot um 18 Millionen gestellt hat, meint: „Die Ausschreibung war sehr umfangreich, alles, was gut und teuer ist, war da drinnen. Wie ein Wunschzettel vom Christkind. Ich hatte nicht viele Wahlpositionen, das meiste waren Muss-Forderungen. Ich habe aber dazu geschrieben, dass Einsparungspotenzial möglich wäre, das wurde nicht akzeptiert. Keine fünf Skigebiete in ganz Österreich beschneien ihre kompletten Pisten in 75 Stunden. Deshalb gab es auch eine zweite, abgespeckte Ausschreibung um 11,9 Mio.“


Rober Apschner: „Das ist wie in einer Diktatur“

ÖVP-Landtagsabgeordneter Hermann Hauer war ebenfalls bei dem Gespräch mit dabei. „Beide Seiten haben ihren Standpunkt klar dargelegt, manchmal eben auch emotional. Ich werde mich aber dafür einsetzen, dass es eine Perspektive gibt, mit der die Menschen von St. Corona leben können.“

Rober Apschner ist mehr als verärgert: „Das ist wie in einer Diktatur, es gibt so viele Sachen, die meiner Meinung nach im Unklaren liegen. Vieles ist schlüssig, aber Vieles auch nicht.“



Was bisher geschah
Durch Beteiligung des Landes über die NÖ Bergbahnen-Beteiligungsgesellschaft wurde seit 2011 gemeinsam mit der Gemeinde und Tourismusexperten eine Neupositionierung des Sommer- und Wintertourismus in St. Corona erarbeitet. Im Mittelpunkt stand die Stärkung des Angebots für Familien und Kinder. Die ARGE St. Corona erarbeitete das Konzept „Orthofstraße“, das Vergabeverfahren startete im vergangenen Mai. Die Kostengrenze wurde vom Land mit 11,1 Mio. Euro festgesetzt. Zwei Bietergruppen konnten Projekte vorlegen. Nur eine davon legte ein Angebot, welches mit 18,192 Millionen die Obergrenze überstieg. Das Projekt wird daher nicht umgesetzt.