Neue Art der Armut. Um nicht selbst in die Energiearmut zu fallen, gaben Christian Wagner und Michael Heller im Sozialmarkt wertvolle Tipps.

Von Tanja Barta. Erstellt am 01. Mai 2015 (06:00)
NOEN, Barta
Michael Heller, Stadträtin Daniela Mohr, SOMA-Leiterin Barbara Sandhofer, Manuela Pusker und Manager Christian Wagner.

Energiearmut kann jeden treffen. Eine wirkliche Definition für den Begriff gibt es nicht. Darum stufen sich auch einige Menschen als energiearm ein, obwohl sie nicht armutsgefährdet sind.

Einer, der gegen diese Energiearmut kämpft, ist Christian Wagner. Er ist seit 2013 Manager der Klima- und Energiemodellregion. Zusammen mit dem Energieberater Martin Heller hat er im SOMA-Markt in Ternitz ärmeren Menschen Beispiele geliefert, wie sie besser Energie und somit auch Geld sparen können.

"Thema kann jeden betreffen"

„Es ist ein Thema, das wirklich jeden betreffen kann“, meint Martin Heller. An die 100 Beratungen gab es in den vergangenen Monaten in Ternitz. „Viele Menschen legen mehr Wert auf andere Sachen. Zum Beispiel ist ein großer BMW wichtiger als eine Wohnung zu heizen“, erklärt Manager Christian Wagner.

Doch gegen diese Lebensweise will Wagner gemeinsam mit seinem Team jetzt vorgehen. Die meisten haben Angst davor, ihren Energieanbieter zu wechseln, doch diese müssen sie laut dem Regionsmanager nicht haben: „Das ist wie bei einem Handytarif. Wenn es einen billigeren gibt, dann wechselt man ihn ja auch.“

Damit man mehr Leute erreichen kann, die von Energiearmut betroffen sind, hat man das Projekt „EnergieCheck for Low Income Households (ECLinc)“ ins Leben gerufen. „In der Ternitz gab es eine Rücklaufquote von mehr als zehn Prozent“, freut sich Wagner.

Spezielle Hilfe für Migranten ab Herbst

Das ist aber nicht nur ein gutes Zeichen, denn all die Menschen, die sich gemeldet haben, leiden eben an dieser Energiearmut. Ein weiteres Problem gibt es bei den Migranten. Sie verstehen meistens nicht, was die Berater meinen und können die Tipps daher auch nicht umsetzten. Um besonders auch diesen Menschen helfen zu können, wird man sich ab Herbst 2015 speziell um diese Zielgruppe kümmern, so Wagner.