Whatsapp-Affäre sorgt für Politwirbel in Neunkirchen. ÖVP spielte Nachricht von SPÖ-Stadtrat Manfred Baba in die Öffentlichkeit. Die soll aber gefälscht worden sein. Anzeige.

Von Christian Feigl. Erstellt am 29. August 2017 (05:00)
Chinnapong/Shutterstock.com
Symbolbild

Eine von der ÖVP der Öffentlichkeit zugespielte Whats App-Nachricht von SPÖ-Stadtrat Manfred Baba hat einen mächtigen Politwirbel ausgelöst. Denn der Inhalt soll laut SPÖ gefälscht und inklusive übernommenem Rechtschreibfehler („Hätze“) verändert worden sein.

Baba: „Eine klare Fälschung“

NOEN
So sah angeblich die Originalnachricht von Manfred Baba aus...

Weitergeschickt wurde der Text von ÖVP-Finanzstadtrat Peter Teix. Der Inhalt handelt vom städteeigenen Elektrohaus: „Und ich werd die Firmen und Privatkunden gegen die Wirtschaftsbetriebe aufhätzen“, heißt die in dem Dokument in der in den Mund von Manfred Baba gelegten Aussage. „Eine klare Fälschung“, schäumt der und legt als Beweis die Originalnachricht vor.

Darin heißt es, dass Baba von der Stadtregierung der Vorwurf gemacht werde, Firmen und Privatkunden gegen die Wirtschaftsbetriebe aufzuhetzen. „Die Nachricht wurde gravierend sinnverändert, eine unglaubliche Frechheit“, ist SPÖ-Stadtrat und Mastermind Günther Kautz außer sich. Er ist auch überzeugt, dass sich jemand in Babas Handy eingehackt hat: „Diese Nachricht hat nur eine bestimmte, kleine Personengruppe bekommen und da lege ich für jeden einzelnen die Hand ins Feuer.“

Teix: "Anonym zugespielt"

NOEN, privat
... und so wurde sie von Peter Teix weitergegeben.

Peter Teix selbst behauptet auf Nachfrage der NÖN, dass sie ihm vor ein paar Wochen anonym zugespielt wurde: „Ich weiß wirklich nicht, von wem sie gekommen ist!“ Er sei verärgert gewesen, weil in der Schließungsdebatte um das Elektrohaus seiner Meinung nach Angriffe seitens der SPÖ auf die Stadtregierung unter die Gürtellinie waren: „Wir wurden ja sogar als stümperhaft bezeichnet und das geht gar nicht!“

Er habe dann nicht lange nachgedacht und diese der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: „Ich sehe das nicht als Fehler von mir, denn bin davon ausgegangen, dass sie echt ist.“ Wer sie verfälscht hat und von wem sie weitergegeben wurde, werden möglicherweise nun die Gerichte klären müssen. Die SPÖ hat jedenfalls einen Anwalt eingeschaltet. In der Zwischenzeit hat es auch ein Gespräch zwischen Baba und Teix gegeben: Dabei wurde vereinbart, bei der Wortwahl in Zukunft auf beiden Seiten wieder etwas vorsichtiger zu agieren.