Aufschrei nach Baumfällungen in Ternitz. Anrainer beklagen mangelnden Informationsfluss, die Stadtgemeinde argumentiert hingegen mit Gefahr in Verzug.

Von Johannes Authried. Erstellt am 29. April 2021 (04:55)
Ein ungewohnter und trauriger Anblick ist die Lautnergasse. Die Bäume...
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Der Aufschrei in der Bevölkerung und in den sozialen Medien ist groß. Grund sind die Baumschlägerungen in der Lautnergasse.

„Es gibt viele Reaktionen wegen der geschnittenen Bäume. Das Problem ist, dass das nicht die einzigen Schlägerungen in Ternitz sind, sowohl von der Gemeinde, als auch der ÖBB. Das macht die Sache besonders prekär. Die Bäume von der Lautnergasse wurden vom Baumdoktor begutachtet und für schlecht befunden. Ich habe aber trotzdem gehofft, dass es statt der Schlägerung eine andere Alternative gibt“, ärgert sich Gemeinderätin Anna Spies von der Bürgerliste. Bei einem Baum sage man noch „Okay“ und müsse das zähneknirschend zur Kenntnis nehmen.

„Aber in Ternitz häufen sich die Schlägerungen und das muss man hinterfragen und ich verstehe, dass sich die Leute aufregen. Es ist die Menge, die die Leute ärgert. Ärgerlich ist auch, dass man keine Information darüber erhält. Ich wohne gegenüber der Lautnergasse und habe nicht gewusst, dass dort Bäume gefällt werden. Wenn so etwas geschieht, haben die Bürger ein Anrecht, Informationen zu bekommen“, so Spies.

Ganz anders sieht die Causa für SPÖ-Stadtrat Gerhard Windbichler aus. „Es war Gefahr in Verzug. Daher muss keine Information an die Bevölkerung bzw. an die Anrainer ausgeschickt werden.“ Die drei Pappeln in der Lautnergasse seien vom Baumdoktor der Firma Pogats überprüft worden und man sei zu dem Entschluss gekommen, dass diese Bäume nicht als verkehrssicher einzustufen seien.

Bei den drei gefällten Bäumen wurde unter anderem festgestellt, dass mehrere armdicke Totäste und ein Längsriss in der Rinde aufgrund eines Blitzschlages die Pappel schwer beschädigt haben. Entfernte Bäume werden grundsätzlich wieder aufgeforstet – in diesem Bereich sei das aber nicht notwendig, da genug Nachwuchs vorhanden sei, heißt es. Die verbliebenen vier Pappeln (Populus nigra) mit einer Höhe von 35 bis 40 Metern sollen weiterhin genau beobachtet werden.