Loipen-Ausbaupläne: Beschlüsse stehen noch aus. Das Kirchberger Ortsparlament befasste sich intensiv mit dem drei Millionen Euro schweren Projekt. Die SPÖ zeigt sich nach wie vor skeptisch, die regionalen Bürgermeister unterstützen die Pläne größtenteils, sehen aber noch offene Fragen.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 24. November 2020 (06:39)
Zwickl

Es umfasst etliche große Punkte, soll rund drei Millionen Euro kosten und in den kommenden fünf Jahren schrittweise umgesetzt werden – die Rede ist vom Loipenausbauprojekt in Kirchberg am Wechsel. Nach dem mehrheitlichen Beschluss des Gemeinderates, einen Kostenbeitrag von 300.000 Euro für den Start des Projektes zu leisten, befasste sich das Ortsparlament dieser Tage erneut mit dem Thema – nachdem SPÖ, FPÖ und einzelne ÖVP-Mandatare Kritik an zu wenig Information geübt hatten.

Weitere Beschlüsse fielen in der neuerlichen Sitzung nicht – viel mehr wurden die Eckpunkte des Projektes weiter vertieft. Konkret ist die Errichtung einer Beschneiungsanlage auf der Steyersberger Schwaig, die Verbreitung der bestehenden Loipen, der Ankauf neuer Loipenspurgeräten, die Errichtung von WC-Anlagen sowie eines Garagen- und Lagergebäudes, die Erweiterung des Loipengebäudes auf der Steyersberger Schwaig sowie die Gestaltung der Außenanlagen geplant.


SPÖ nicht restlos überzeugt

Während FPÖ-Mandatar Edi Tauchner der Sitzung aus gesundheitlichen Gründen fernbleiben musste und sich daher nachträglich mit dem Thema befassen möchte, zeigt sich SPÖ-Gemeinderat Herbert Steiner nicht wirklich begeistert. Zwar sei die Sitzung informativ gewesen, überzeugen habe sie aber nicht können, meint der stellvertretende Kirchberger SPÖ-Chef: „Die präsentierten Zahlen haben gezeigt, dass nur mit einer ordentlichen Verteuerung der Karten die Loipe im günstigsten Fall auch mit Maschinenschnee und einer künstlichen Beleuchtung positiv geführt werden kann.“

Wesentlich positiver sieht ÖVP-Bürgermeister Willibald Fuchs das Projekt – wenngleich er kritische Anmerkungen zum Teil nachvollziehen kann. Er betont, dass man mit dem Projekt vor einer Entscheidung gestanden wäre: „Bieten wir weiterhin Möglichkeiten zum Langlaufen an oder nicht? Zusperren wäre das falsche Signal.“ Gerade in Zeiten einer Pandemie würde diese Sportart boomen, ist der Ortschef überzeugt: „Aber natürlich gibt es ein paar Eckpunkte, die man noch kritisch betrachten wird müssen“, räumt Fuchs ein. Dass die SPÖ die Wirtschaftlichkeit des Projektes anzweifelt, kann Fuchs verstehen: „Es kann sich mit einer schwarzen Null ausgehen. Aber letztlich ist es wie mit einem Freibad: Das bringt selten Gewinn!“

Beschlüsse stehen noch aus

Für eine Realisierung des Projektes braucht es auch entsprechende Gemeinderatsbeschlüsse der Gemeinden Mönichkirchen, Aspang Markt, Aspangberg-St. Peter, Feistritz, St. Corona, Otterthal und Trattenbach. Diese sieben Gemeinden und Kirchberg am Wechsel, allesamt Mitglieder der Erlebnisregion Wechselland, sollen sich nämlich an den Startkosten finanziell beteiligen. Entsprechende Beschlüsse stehen noch aus, wie ein Rundruf der NÖN Neunkirchen bei allen betroffenen Bürgermeistern ergibt. Der Grundtenor der Ortschefs ist positiv, wenngleich noch „etliche Fragen offen sind“, wie gleich mehrere Gemeindeoberhäupter im NÖN-Gespräch erklären. So brauche es etwa eine Lösung, wer für etwaige Abgänge aufkomme, führt Bernhard Brunner, ÖVP-Bürgermeister in Aspangberg-St. Peter, ins Treffen.
Erst wenn das geklärt sei, könne man eine Beteiligung andenken, so Brunner.

Projektinitiator Wolfgang Loidl, geschäftsführender ÖVP-Gemeinderat in Kirchberg am Wechsel und Geschäftsführer der Wechsel-Panoramaloipe, zeigt sich im NÖN-Gespräch optimistisch, dass letztlich alle Gemeinden positive Beschlüsse fassen werden. Die Kalkulationen würden positiv ausfallen, sodass das Projekt unterm Strich auch kostendeckend sein sollte, so Loidl. „Die Auslastung wird mit den Maßnahmen besser werden und damit rechnet sich das“, ist er überzeugt. Etliche offene Fragen habe er mit den Gemeinden bereits klären können, was etwaige Abgänge betrifft, „werde ich noch eine Idee nachreichen“, stellt Loidl in Aussicht.

Mehr Informationen zu dem Projekt und ausführliche Stellungnahmen der betroffenen Bürgermeister zu dem Projekt findet ihr in der NÖN-Printausgabe am Mittwoch!