„Ferdinand“ geriet in brutale Schlagfalle. Jungem Kater musste nach grausamen Qualen das Bein amputiert werden – jetzt wird er wieder aufgepäppelt.

Von Christian Feigl. Erstellt am 16. Juni 2014 (08:41)
In einem erbärmlichen Zustand wurde der kleine Kater „Ferdinand“ aufgegriffen. In einer Notoperation muste sein Bein amputiert werden. Jetzt wird er im Schwarzataler Tierschutzhaus von Tanja wieder aufgepäppelt.
NOEN, Platzky

Ein besonders grausames Tierschicksal beschäftigt derzeit die Mitarbeiter des Schwarzataler Tierschutzhauses: Ein junger Kater war in Breitenstein in eine Schlagfalle geraten, das Tier konnte zwar gerettet werden, musste aber einen hohen Preis dafür bezahlen: Aufgrund der massiven Verletzungen blieb Tierärztin Gerlinde Prudic nichts anderes übrig, als „Ferdinand“, wie der Schützling nun heißt, das Bein zu amputieren.

„Der Fuß war komplett abgetrennt"

„So etwas Schreckliches habe ich noch selten gesehen“, erinnert sich Tierschutzheim-Chefin Elisabeth Platzky an den Einsatz. Anrainer waren auf das schreiende und humpelnde Tier aufmerksam geworden. Nur unter großer Mühe gelang es schließlich den Rettern, das verängstigte und sichtlich unter starken Schmerzen leidende Tier einzufangen. „Der Fuß war komplett abgetrennt, aber nicht fachlich. Diese Verletzung kann nur von einer Schlagfalle stammen. An die Schmerzen, die der Kater gehabt haben muss, möchte ich gar nicht denken“, so Platzky.

Bei der Notoperation wird das Bein komplett amputiert, „Ferdinand“ ist mittlerweile am Weg der Besserung. „Er war ja auch komplett unterernährt und geschwächt, aber mittlerweile konnten wir ihn wieder aufpäppeln“, erzählt Platzky und appelliert gleichzeitig, keine Schlagfallen zu verwenden und aufzustellen. „Leider kommt so etwas immer wieder vor. Einmal hatten wir eine Katze, die konnte sich nicht mehr befreien und hat die ganze Falle mit sich herumgeschleppt!“

Katzenbabys werden "einfach ausgesetzt“

In zwei bis drei Wochen ist „Ferdinand“ wieder so weit hergestellt, dass er an einen Tierhalter abgegeben werden kann. Mit nur drei Beinen? „Das ist kein Problem. Da gibt es zum Glück immer irgendwelche Leute, die sich um solche speziellen Fälle annehmen“, weiß die Tierheimleiterin.

Aktuell hat man im Tierheim Ternitz mit einer wahren Invasion von Katzenbabys zu kämpfen. „Wir bekommen fast täglich ganz junge Katzen herein. Die meisten wurden einfach ausgesetzt.“ In drei Wochen dürfen viele der Tiere auf einen neuen, guten Platz bei Tierliebhabern hoffen.