Neunkirchen: Infopoint wird eingestellt. Ersatz-Servicestelle nach Schließung der Behörde am Neunkirchner Rathaus wird nun auch aufgelassen: SPÖ und ÖVP steigen auf die Barrikaden und fordern Alternativen.

Von Christian Feigl. Erstellt am 08. September 2021 (05:11)
Symbolbild Korridor Behörde
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Aufregung um die Servicestelle des Finanzamtes Neunkirchen/Wiener Neustadt im Rathaus: Sie wird wegen angeblich schlechter Auslastung nicht mehr weiterbetrieben und aufgelassen. Für die Politik eine untragbare Situation.

Landtagsabgeordneter Christian Samwald und Bundesrätin Andrea Kahofer von der SPÖ kritisieren, dass stillheimlich eine Servicestelle eingespart wird und die vorwiegend betroffenen Pensionisten und Familien, die über kein Internet verfügen, einfach vor den Kopf gestoßen werden. Bis jetzt konnten Pensionisten bei Arztterminen und Erledigungen in der Bezirkshauptstadt auch die Finanzamtsangelegenheiten im Bezirk und in der Stadt Neunkirchen abhandeln.

„Nun müssen alle nach Wiener Neustadt pilgern, abgesehen von den Kosten, die für Pensionisten auch nicht unerheblich sind, sind es wieder ein Stück Infrastruktur und eine Serviceeinrichtung, die unserem Bezirk genommen werden, das können wir nicht akzeptieren!“ Die Sozialdemokraten fordern, zumindest eine Servicestelle aufrecht zu erhalten.
Auch ÖVP-Landtagsabgeordneter Hermann Hauer, der sich bei der Auflassung des Finanzamtes in Neunkirchen vor fünf Jahren für diese Servicestelle stark gemacht hat, ist verärgert und möchte die Tatsache nicht kampflos hinnehmen: „Das lassen wir uns sicher nicht gefallen. Da werden wir etwas unternehmen - und zwar über alle Parteigrenzen hinweg.“


Standort war sehr schlecht besucht

Auf NÖN Nachfrage heißt es beim Finanzministerium, dass im Zuge der Pandemie flächendeckend auf Terminvereinbarungen umgestellt wurde: „Um auch weiterhin bestmögliches Service anbieten zu können. Dadurch kann man sich Wartezeit ersparen und unsere Mitarbeiter können sich ausreichend Zeit für Kunden nehmen. Diese persönlichen Termine finden im nicht unweit von Neunkirchen gelegenen Finanzamt Wiener Neustadt statt.Aus diesem Grund und da der Infopoint im Neunkirchner Rathaus schon vor der Pandemie sehr schlecht besucht war, wurde dieser aufgelassen“, so Pressesprecher Johannes Pasquali.

Eine Info, die ÖVP-Stadtchef Herbert Osterbauer nicht ganz nachvollziehen kann: „Vor der Pandemie gab es einen Tag, da nahmen alleine 289 Personen den Infopoint in Anspruch!“

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