Vesna Schuster "will EU wieder auf Kurs bringen". Vesna Schuster, FPÖ-Landesspitzenkandidatin für die EU-Wahl, war in Ternitz zu Gast und warf dabei mit den Zuhörern einen Blick hinter die Kulissen der Europäischen Union. Die "Ibiza-Affäre" wurde dabei nur kurz angesprochen.

Von Tanja Barta. Erstellt am 22. Mai 2019 (10:37)

Gut gefüllt war der Mostheurige Scherz in St. Johann, als die FPÖ Ternitz zum Informationsabend zur EU-Wahl einlud. Sogar Vesna Schuster, niederösterreichische FPÖ-Spitzenkandidatin für die Wahl, war vor Ort, äußerte sich zu den aktuellen Ereignissen rund um die "Ibiza-Affäre" aber nur spärlich.

"Man lässt die Familie nicht im Stich"

Gleich zu Beginn der Veranstaltung ging Schuster kurz auf die aktuellen Geschehnisse in der österreichischen Innenpolitik ein. "Menschen, die nicht leicht biegbar sind und Fehler machen, diese Fehler dann auch zugeben - das sind großartige Menschen. Und Heinz-Christian Strache ist so ein großartiger Mensch für mich", bekam Schuster für ihr Statement Applaus vom Publikum. Nun müsse man zielgerichtet weiterarbeiten, denn "es geht um unserer Heimat", so die FPÖ-Landesspitzenkandidatin.

EU wieder auf Kurs bringen

Schuster selbst wolle nach Brüssel, um dort mitgestalten zu können: "Ich will dabei helfen, die EU wieder auf Kurs zu bringen. Österreich muss zuerst kommen!" Die Europäische Union würde so viel regulieren. "Es ist nicht mehr das Projekt, das es einmal war. Wir möchten diese Gleichmacherei nicht, Europa macht so viel aus", will sie die Vielseitigkeit Europas hervorkehren.

Hinter den Kulissen der Europäischen Union

Da sie schon quer durch Niederösterreich getourt sei und nahezu schon alle Themen besprochen hätte , die es zu besprechen galt, beschloss Schuster, in Ternitz über jene Dinge der Europäischen Union zu sprechen, die vielleicht "nicht so an die Öffentlichkeit gelangen" würden. "Das Europäische Parlament ist spannend, komisch und auch lustig. Hier sitzen Volksvertreter aus den verschiedensten Kulturen, mit den verschiedensten Sprachen. Außerdem gibt es keine Anforderungen an die Volksvertreter. Daher haben schon Astronauten als auch Pornodarsteller für einen Platz im Europäischen Parlament kandidiert", erzählte Schuster den Zuhörern und sorgte dafür bei dem ein oder anderen für ein Schmunzeln im Gesicht.

Kaputte Abstimmungsknöpfe

"Ich habe mich erkundigt, wie im Europäischen Parlament abgestimmt wird. Da gibt es drei Knöpfe für Zustimmung, Gegenstimme und Enthaltung. Leider ist es so, dass es nicht reicht, wenn man einmal auf einen der Knöpfe drückt. Man muss gleich mehrmals draufdrücken, weil der ein oder andere Knopf nicht mehr so funktioniert, wie er sollte", erklärte Schuster dem Publikum. Daher solle man die regelmäßigen Rankings, die über Anwesenheit und Abstimmungen der Parlamentarier erscheinen, nicht ernst nehmen. "Bei Harald Vilimsky ist gestanden, dass er bei einigen Abstimmung nicht anwesend gewesen wäre oder sich enthalten hätte", so Schuster über den österreichweiten FPÖ-Frontmann.

EU hat auch einiges erleichtert

Die Landesspitzenkandidatin der FPÖ findet aber auch, dass "es Sachen gibt, die die Europäische Union erleichtert hat", meinte sie. So zum Beispiel im Bereich Bildung. "Es ist toll, dass man in ganz Europa seine Erfahrungen sammeln kann", freute sich Schuster beispielsweise über die Einführung des Erasmus-Programmes. Andererseits gebe es aber auch Jugendliche, die gerne in der Region bleiben würden und beispielsweise den Betrieb ihrer Eltern übernehmen möchten. "Da macht es die EU einem aber wieder schwer, besonders in der Landwirtschaft", meinte sie. Am Ende der Veranstaltung gab Schuster aber zu verstehen: "Wer 'Rot-Weiß-Rot' will, der muss FPÖ wählen. In Brüssel kümmert sich niemand um Ternitz. Jetzt erst recht, wir sind für Euch da!"