Gemeinde Semmering feierte den 100. Geburtstag. Im Rahmen eines Festaktes betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), dass man die Erfolgsgeschichte der Gemeinde Semmering auch in den kommenden Jahren weiterschreiben werde.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 22. Juni 2019 (20:03)

Mit einem umfangreichen Festakt wurde am Samstagnachmittag das 100 Jahr-Jubiläum der Gemeinde Semmering gefeiert – ein Anlass, der gebührend und von vielen Fest- und Ehrengästen begangen wurde. So konnte der „Hausherr“, Bürgermeister Horst Schröttner (ÖVP) Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zu dem Festprogramm im Südbahnhotel begrüßen – es war bereits das dritte Mal innerhalb eines Jahres, dass die Landeshauptfrau die kleine Gemeinde besuchte.

Vizebürgermeister Kurt Payr (ÖVP) oblag es zunächst, den Gästen die Gründungsgeschichte näherzubringen. Payr spannte den Bogen dabei von der Römerzeit bis hin ins Jahr 1919, als sich der damalige Ortsteil Semmering von Breitenstein abspaltete und so zu einer eigenständigen, politischen Gemeinde wurde. „Schon 1899 gab es das Bestreben von Villenbesitzern oder Hotelbesitzern, sich von Breitenstein zu trennen. Doch in der Monarchie war das nicht genehmigt worden“, erklärte Payr. Mehrfach sei damals versucht worden, eigenständig zu werden – doch vorerst vergeblich. Bis eben 1919 die provisorische Landesversammlung den entsprechenden Beschluss fasste.


"Heilklimatischer Luftkurort" - damals und heute

Bürgermeister Horst Schröttner (ÖVP) ging anschließend auf die jüngere Geschichte ein, vom Jahr 1919, in dem Semmering eigenständig wurde, bis hin ins aktuelle Jahr 2019. Und er unterstrich die Entwicklung der Ortschaft mit einigen Zahlen. So erwähnte Schröttner, dass es einst 120 Lichtpunkte in der Gemeinde gab – heute zählt man 520 davon. Veränderungen gab es auch bei den Schülerzahlen: Waren es 1919 noch beachtliche 98 Schüler, die in der Gemeinde die Schulbank drückten, sind es aktuell gar keine – die örtliche Volksschule wurde vor einigen Jahren stillgelegt. Stolz zeigte sich der Ortschef, dass man 1921 seitens der Landesregierung erstmals das Dekret als „Heilklimatischer Luftkurort“ erhielt – ein Dekret, welches zehn Jahre lang Gültigkeit hat und welches man auch heuer wieder erwartet.

"Standing Ovations" für den scheidenden Bürgermeister

Aber auch die eigene politische Laufbahn spielte in Schröttners Referat eine Rolle – 1970, als der damalige Trafikant Kurt Hofer zum Bürgermeister gewählt wurde, zog Schröttner in den Gemeinderat ein. Auf Anhieb wurde er geschäftsführender ÖVP-Gemeinderat für Kultur- und Sportangelegenheiten. 2005 schließlich wurde Schröttner Ortschef, wie er schmunzelnd feststellte: „Sie alle wissen, ich war zu dieser Zeit schon in Pension und war dann die gesamte Zeit auf der Gemeinde.“ Trotz alldem habe es ihm „nie an Ideen gefehlt“, betonte der Langzeit-Lokalpolitiker. Vieles sei in seiner Amtszeit geschehen: Schröttner verwies auf das neue Ortsleitsystem, Kanalarbeiten oder die Errichtung eines modernen Gemeindezentrums. An anwesende Investoren richtete der ÖVP-Bürgermeister den Appell: „Wir müssen unsere Bettenanzahl erhöhen!“ Und mit Blick auf 53 Jahre in der Gemeindepolitik, die demnächst zu Ende gehen sollen, meinte er: „Es war eine spannende, anspruchsvolle Zeit, ich danke allen für die Zusammenarbeit und Unterstützung!“ Denn 2020, das hatte Schröttner ja bereits angekündigt, will der amtierende Ortschef nicht noch einmal zur Gemeinderatswahl antreten.
Für seine Ansprache gab es für Schröttner "Standing Ovations".

Einen Blick in die Zukunft richteten anschließend ÖVP-Gemeinderat Gottfried Gabauer sowie Katharina Hanl-Schubernigg, die das Projekt „Gemeinde 21“ vorstellten. Anschließend nutzte Bürgermeister Schröttner die Gelegenheit, ehemalige und aktuelle Gemeinderatsmandatare sowie Betriebsinhaberinnen und –inhaber, für deren Engagement auszuzeichnen. Was Schröttner zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste: Auch er selbst sollte eine Ehrung erhalten – und zwar von der Landeschefin höchstpersönlich. Für sein langjähriges Wirken wurde Schröttner das Goldene Ehrenzeichen des Landes NÖ verliehen. Mikl-Leitner gratulierte Schröttner zu seinem „Lebenswerk“, wie sie sagte, dankte aber auch Schröttners Gattin Ingrid für ihre Unterstützung.


Mikl-Leitner: "Land ist für Dialog jederzeit offen!"

In ihrer Festansprache sagte die Landeshauptfrau anschließend, Niederösterreich wolle dieser Gemeinde „noch mehr Strahlkraft verleihen und noch mehr wirtschaftliche und touristische Akzente setzen.“ Vieles habe man in den letzten Jahren „in einer engen Allianz zwischen dem Land und der Gemeinde“ zusammengebracht, hielt Mikl-Leitner fest, diese Partnerschaft gelte es, auch künftig zu pflegen.

In Richtung des ebenso anwesenden Panhansholding-Chefs Viktor Babushchak richtete Mikl-Leitner anschließend übrigens ebenso einige Worte. In Zusammenhang mit dem Panhans, welches ja nach wie vor geschlossen ist, hätte es in der vergangenen Zeit „viele Sorgen und schlaflose Nächte“ gegeben, wie Mikl-Leitner es formulierte. Sie hoffe nun, „dass wir auf einem guten Weg sind“, das Land stehe für einen Dialog „jederzeit bereit“, so die Landeshauptfrau. Sie zeigte sich überzeugt, dass Babushchak sich „der Verantwortung bewusst ist, damit es hier gut weitergeht“ und dankte ihm schon im Vorhinein für seine Bemühungen.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Hans Lanner-Regionalmusikschulverband und dem Chor Zauberbergklang, durch das Programm führte ÖVP-Gemeinderat Hermann Doppelreiter. Ebenso unter den Gästen: Bezirkshauptfrau Alexandra Grabner-Fritz, Bundesratsabgeordnete Andrea Kahofer (SPÖ), Landtagsabgeordneter Hermann Hauer (ÖVP) sowie zahlreiche Bürgermeister und Vizebürgermeister der umliegenden Gemeinden.