Rochade sorgt für Aufregung in Willendorf

Umstrittener Uwe Dingeldey soll Mandat von Moritz Stummer übernehmen. Angelobung steht aus.

Erstellt am 21. August 2021 | 06:06
neos willendorf
Links: Moritz Stummer, rechts: Uwe Dingeldey
Foto: layoutriot

Eine Personalrochade im Gemeinderat wirbelt aktuell viel Staub auf: Nachdem NEOS-Mandatar Moritz Stummer auf seinen Sitz im Ortsparlament verzichtet hatte, soll mit Uwe Dingeldey der Drittgereihte auf der NEOS-Wahlliste aufrücken. Eine Bestellung, die nicht unumstritten ist...

...ist Dingeldey in der Gemeinde schließlich kein Unbekannter: Bei der Gemeinderatswahl 2015, bei denen NEOS erstmals in den Gemeinderat eingezogen war, sorgte eine von ihm gestaltete Wahlwerbung auch in den eigenen Reihen für Kritik. Ohne weitere Belege anzuführen, behauptete Dingeldey in dem Druckwerk etwa, dass die Gemeinde „seit eineinhalb Jahrzehnten“ Bauaufträge ausschließlich an einen Parteikollegen vergebe. Äußerungen, von denen sich das NEOS-Landesteam im Anschluss distanzierte. Abseits dessen ist Dingeldey derzeit Beschuldigter in einem Gerichtsprozess, weil er bei einer Wasserrechtsverhandlung gesagt hatte, er käme sich im Ort „wie in einer Nazidiktatur“ vor und der Gemeindeführung unterstellte, „korrupt“ zu sein.

Andrea Waldl, die bei der Gemeinderatswahl 2020 als Spitzenkandidatin angetreten war, verteidigt Dingeldey. Dieser habe „viel Kompetenz und Weitblick“, lebe er doch bereits seit über 40 Jahren hier. „Bei den Unstimmigkeiten handelt es sich um private Animositäten mit Herrn Bauer (ÖVP-Bürgermeister, Anm.)“, so Waldl. Angesprochen darauf, dass auch sie sich von Dingeldeys Wahlwerbung distanziert hatte, meint Waldl: „Ein Ausrutscher kann jedem passieren!“

Dingeldey selbst bestätigt, dass das Verfahren gegen ihn noch läuft – Differenzen zwischen ihm und Bauer würden nach wie vor bestehen. Im Gemeinderat wolle er „konstruktiv und im Interesse aller handeln“, wie er sagt: „An mich werden viele Probleme herangetragen, aktuell etwa der Wunsch nach einer 30er-Zone am Römerweg in Dörfles.“

Personeller Wechsel mit Landesstelle akkordiert

Seitens NEOS Niederösterreich betont man, dass personelle Wechsel „selbstverständlich auch immer mit der Landesgeschäftsstelle akkordiert“ seien. „Uwe Dingeldey ist als Listenplatz-Dritter die logische Nachfolge von Moritz Stummer“, erklärt Pressesprecher Jürgen Hirschmann. Was die Wahlwerbung betrifft, habe Dingeldey „über das Ziel hinausgeschossen“: „Es gab deshalb ein klärendes Gespräch, wie wir inhaltlich aber auch im Team zusammenarbeiten wollen.“ Auch das laufende Verfahren stellt – zumindest aktuell – kein Hindernis für einen Einzug Dingeldeys ins Ortsparlament dar: „Wir haben immer gesagt: Die Regierungs- und die Anklagebank passen nicht zusammen. So es zu einer Verurteilung kommt, muss Herr Dingeldey sein Mandat zurücklegen. Das ist ihm auch bewusst.“

Die ÖVP kommentiert den Wechsel knapp. Die Zusammenarbeit mit Moritz Stummer wird gelobt, man werde nun sehen, „ob die NEOS-Spitze aus der Vergangenheit gelernt hat und zur Zusammenarbeit bereit ist“. Kurzer Nachsatz von Bürgermeister Hannes Bauer: „Wir würden uns das wünschen!“