Pitten: Benedikt kehrt der ÖVP den Rücken

Paukenschlag bei der Pittener Volkspartei: Langjährige Mandatarin verlässt die Partei nach 23 Jahren.

Tanja Barta
Tanja Barta Erstellt am 16. September 2021 | 05:12
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Charlotte Benedikt bleibt „wilde“ Gemeinderätin.
Foto: Grabner

Sie könne die Verantwortung für vieles nicht mehr tragen, denn es fehle die Überzeugung. Charlotte Benedikt, über zwei Jahrzehnte lang Teil der Volkspartei, legte vor kurzem all ihre Parteifunktionen zurück. Ihren Sitz im Gemeinderat möchte sie allerdings behalten.

Die Entscheidung, diesen Schritt zu gehen, sei Benedikt auf Anfrage der NÖN „sehr schwer gefallen“. „Immerhin habe ich seit über 20 Jahren bei der Volkspartei mitgearbeitet, beinahe acht Jahre die Ortsparteiobmannschaft inne gehabt. Ich habe lange über diesen Schritt nachgedacht.“ Auf die genaueren Gründe ihres Rückzugs wollte sie nicht eingehen. Sicher ist aber, dass sie ihre politische Tätigkeit nicht aufgeben will: Denn ihren Sitz im Gemeinderat behält sie als sogenannte „wilde“ Mandatarin. „Schließlich wurde ich von den Pittenerinnen und Pittenern gewählt“, nennt sie den Grund für diese Entscheidung.

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Die Bezirkspartei nahm die Entscheidung von Benedikt zur Kenntnis: „Sie hat sich aus persönlichen Gründen zurückgezogen. Und dieses Recht steht ihr auch zu. Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass da Zorn dabeigewesen wäre. Es gibt kein Zerwürfnis zwischen uns“, so ÖVP-Bezirksparteiobmann Hermann Hauer. Laut ihm habe Benedikt in ihrer Zeit bei der Volkspartei viel geleistet und umgesetzt. Zu der Entscheidung, dass Benedikt weiterhin im Gemeinderat bleiben möchte, meint Hauer: „Das ist ihr überlassen. Sie muss aber auch wissen, was es heißt, ,wilde‘ Gemeinderätin zu sein. Aber dazu ist sie Profi genug.“

In der ÖVP Pitten selbst möchte man sich nun neu aufstellen. Bis dahin übernehmen die beiden Gemeinderäte Annette Glatzl und Andreas Höller die Agenden von Benedikt. Wer ihr offiziell nachfolgen wird, das soll am Parteitag entschieden werden. „Wir sind hier derzeit noch bei der Terminfindung“, erklärt Annette Glatzl, die über 20 Jahre mit Benedikt für die Volkspartei arbeitete. Auf die Frage, ob sie als Parteiobfrau an ihre Stelle rücken wolle, meint Glatzl: „Ich gehe sehr verantwortungsvoll mit dieser Entscheidung um. Wenn ich etwas mache, dann nehme ich das sehr ernst und arbeite wie ein Pferd. Ich muss mir das selbst noch gut überlegen und in der Familie besprechen!“