Ein Greissler für Grimmenstein. Mit gleich zwei Projekten wollen Felix Picher und Harald Vollnhofer das Gemeindezentrum beleben.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 16. Mai 2021 (02:44)
Bis Ende der 1980er Jahre diente die Immobilie, in der sich seit kurzem der Friseursalon „MolkHAARei“ befindet, als Milchsammelstelle für die Molkereigenossenschaft Kirchschlag in der Buckligen Welt.
zVg/Vollnhofer, zVg/Vollnhofer

Dass Felix Picher und Harald Vollnhofer zuletzt gemeinsame Sache gemacht haben, ist schon einige Jahre her – 2007 organisierten die beiden Grimmensteiner erstmals ein Laufevent im Ort. Nun haben sich die beiden beruflich zusammengeschlossen: Im Juni eröffnen die beiden Unternehmer direkt an der Bundesstraße B 54, vis-à-vis der „eni“-Tankstelle, einen „Bucklgreissler“.

In dem 75 Quadratmeter großen früheren Friseursalon sollen an sechs Tagen die Woche „bekannte und weniger bekannte Waren heimischer Produkte“ erhältlich sein, wie Harald Vollnhofer erklärt: „Das geht von Lebensmitteln bäuerlicher Herkunft bis zum regionalen Handwerk.“ 40 bis 50 Produzenten haben bereits Interesse angemeldet, in den nächsten Wochen könnte die Zahl aber noch steigen, meint Felix Picher: „Wichtig ist uns, dass wir damit keine Konkurrenz zu den Ab-Hof-Verkäufen sind. Vielmehr wollen wir einen Anreiz schaffen, dass man regionale Produkte kauft und auch weniger bekannte Produzenten einem breiten Publikum vorstellen“, erklärt Picher, der auch ÖVP-Gemeinderat sowie Pächter der „eni“-Tankstelle und der Cafeteria in der PVA Hochegg ist, im NÖN-Gespräch.

Die beiden Projektpartner Harald Vollnhofer und Felix Picher mit den Mitarbeiterinnen Renate Dobler und Magdalena Neuhold.
Philipp Grabner

Geplant ist in den neuen Verkaufsräumlichkeiten auch eine kleine Café-Ecke. Die Regionalität als zentrales Motto soll sich auch in der Innenausstattung widerspiegeln: „Wir haben bewusst auf Firmen aus dem Ort beziehungsweise der Region gesetzt“, erklärt Vollnhofer. Stolz sind beide auch darauf, dass mit dem „Bucklgreissler“ Arbeitsplätze geschaffen werden: Zwei Teilzeitkräfte sollen dort beschäftigt sein. „Es wird stets Betreuung geben“, versichern die beiden.

Während die Realisierung des neuen Greißlers schon länger geplant war, entstand die zweite Geschäftsidee der beiden übrigens eher spontan: Weil vor kurzer Zeit der Coiffeur Patricia am Standort schloss, übernahmen Picher und Vollnhofer mit ihrer „reginno GmbH“ die Räumlichkeiten an der Wechselbundesstraße, richteten sie neu ein und konnten bereits in der Vorwoche die ersten Kunden begrüßen. „Wir wollten die bis dato hier beschäftigten Mitarbeiterinnen auffangen und haben uns daher kurzerhand dazu entschlossen, den Salon auch zu übernehmen. Beide sind hier beschäftigt, wir kümmern uns nur um das Finanzielle“, erklärt Vollnhofer. Der kreative Name für den Salon, „MolkHAARei“, kommt übrigens nicht von ungefähr: Einst befand sich an dieser Stelle eine Milchsammelstelle. „Wobei das Gebäude im Ort schlicht unter ,Molkerei‘ bekannt war“, schmunzelt Picher.