Bezirk Neunkirchen: Acht Monate für Biker ohne Schein. Nach Unfall muss der Angeklagte nun zur Entwöhnung und in Haft.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 09. Februar 2021 (03:33)
Der Prozess fand am Landesgericht in Wiener Neustadt statt.
Franz Baldauf

Am 20. Juni letzten Jahres passierte auf der A 2 bei der Ausfahrt Aspang ein schwerer Motorrad-Unfall. Dabei wurde der Beifahrer des Bikers schwer verletzt. Der Fahrer stand, wie berichtet, 2020 wegen fahrlässiger Körperverletzung vor Gericht, weil er an dem Tag ohne Führerschein unterwegs war, Cannabis konsumiert hatte, 1,12 Promille hatte und Schlangenlinien in hohen Tempo gefahren sein soll. Der 25-jährige Angeklagte hat über 50 Verwaltungsstrafen wegen Fahrens ohne Führerschein, mit nicht zugelassenen Fahrzeugen, Alkohol am Steuer und zu hoher Geschwindigkeit.

Der Prozess wurde vertagt und am zweiten Prozesstag kam dann eine Anklage wegen grob fahrlässiger Tötung hinzu. Der Mann war am 18. August in Feistritz mit seinem besten Freund auf zwei geliehenen Motocross-Maschinen im Wald unterwegs, wobei der Freund zu Sturz kam und diesen nicht überlebte. Ungeklärt war die Rolle, die der Angeklagte bei dem Unfall spielte. Laut dem Besitzer der zwei Motocross-Bikes waren beide beschädigt. Wieder wurde vertagt, um einen Verkehrssachverständigen zurate zu ziehen. Der erklärte beim dritten Prozesstag am Freitag, dass der Unfall schon zu lange zurückliege, um genau sagen zu können, was passiert war. „Es gibt zwei Spuren auf der Schotterstraße, wobei die rechte in die linke einmündet.“ Die linke Spur sei klar dem toten Motorradfahrer zuzuordnen, die rechte sei ungewiss. Auch wurden die Motorräder schon teilweise repariert und sind nicht mehr im Unfallzustand erhalten.

Der psychiatrische Sachverständige Manfred Walzl attestierte vor Gericht, dass der Angeklagte geistig gesund ist, aber eine Alkohol-Therapie benötige. Der Prozess endete mit einer Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung wegen des Unfalls auf der A 2 und einer Einweisung in eine Anstalt für entwöhnungsbedürftige Rechtsbrecher. Vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung wurde der Angeklagte freigesprochen. Außerdem wurden fünf Monate bedingte Strafen widerrufen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.