Prozess: Haft für Neunkirchner Billa-Räuber

Erstellt am 29. Juni 2022 | 05:22
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Gericht Symbolbild
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Foto: Shutterstock.com, Salivanchuk Semen
22-jähriger finanzierte mit der Beute seinen Drogenkonsum. Auch Freundin angeklagt.
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So emotional geht es selten am Landesgericht zu. Am Donnerstag standen eine junge Neustädterin, 22, und ein Neunkirchner, 22, vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft warf dem jungen Mann einen bewaffneten Raub und einen Raub-Versuch vor, während die junge Frau sich für den versuchten Diebstahl von elf Herrenunterhosen und zwei T-Shirts verantworten musste.

„Ich konnte ihn nicht davon abhalten.“

Laut Anklage hat der junge Mann am 20. Jänner abends um 19 Uhr eine Mitarbeiterin in der Neunkirchner Billafiliale in der Blätterstraße an der Kassa mit einem Messer bedroht und „Money, money!“ gerufen. Die geschockte Frau vor Gericht: „In meiner Panik habe ich die Kassa zuerst gar nicht aufgebracht!“ Dann gelang es ihr doch und der junge Mann konnte mit 1.642 Euro Beute entkommen. Beim zweiten Mal, am Valentinstag in Mödling, war seine Freundin mit dabei. Die junge Frau unter Tränen: „Ich konnte ihn nicht davon abhalten.“ Er betrat gegen 14 Uhr das Geschäft und hatte wieder ein Messer in der Hand, als er Geld von der Kassierin forderte. Der kamen aber zwei Kolleginnen zu Hilfe, was den Angeklagten zur Flucht veranlasste.

Der Angeklagte gab alles zu und sagte aus, dass er seit Jahren drogensüchtig und bei beiden Taten „schwer auf Entzug“ gewesen sei. Er gab an, große Mengen an Kokain konsumiert zu haben. Das Geld habe er großteils ausgegeben, um Schulden beim Dealer zu bezahlen und Drogen zu kaufen. Die „Aktion“ mit den Unterhosen gab die junge Frau zu. Beide erklärten dass sie im jeweils anderen die große Liebe ihres Lebens gefunden haben und trotz aller Widrigkeiten eine gemeinsame Zukunft planen.

Darauf müssen sie jetzt bis zu vier Jahre warten, denn so lange muss der Mann in Haft. Sie wurde zu einem Monat bedingt verurteilt und bekommt Bewährungshilfe. Sein Urteil ist nicht rechtskräftig.

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