Der Kampf um die Quote im Schwarzatal. Gemeinden wollen 42-Prozent-Hürde für Glasfasernetzausbau erreichen.

Von Tanja Barta. Erstellt am 28. Juli 2021 (05:30)
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Rühren in Natschbach die Werbetrommel: Ortschef Günther Stellwag (ÖVP) und die Gemeinderäte Christian Rasner (FPÖ) und Markus Artner (SPÖ).
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Seit Wochen sind die Glasfasernetz-Botschafter im Schwarzatal unterwegs, um für den Ausbau von schnellerem Internet zu werben. 42 Prozent der Liegenschaften jeder Projekt-Region müssen dem von der Niederösterreichischen Glasfaserinfrastruktur GmbH (nöGIG) durchgeführten Vorhaben zustimmen. Bis 31. Juli hat man in Natschbach-Loipersbach und Schwarzau am Steinfeld noch Zeit, die Bürger vom Projekt zu überzeugen.

In der Gemeinde Natschbach-Loipersbach sieht das bisherige Interesse an einem derartigen Vorhaben eher schlecht aus. „Wir sind noch etwas vom Ziel entfernt“, gibt ÖVP-Bürgermeister Günther Stellwag zu. Derzeit habe man lediglich knapp über 20 Prozent Zustimmung. Die 40-Prozent-Hürde ist in seinen Augen fast unmöglich zu erreichen.

„Diejenigen, die kein Internet haben, die brauchen auch kein Glasfasernetz. Und das trifft eben auf viele ältere Bewohner zu“, erklärt Stellwag die niedrige Beteiligung. Wobei: In den letzten zwei Wochen sei das Interesse innerhalb der Bevölkerung gestiegen. „Wenn die vorherigen Wochen so wie die letzten zwei ausgesehen hätten, dann hätte man schon eine ganz andere Situation. Aber wir werden bis zum Schluss rennen“, versichert der Natschbacher Ortschef.

„Die Kurve geht nach oben. Unsere Botschafter sind jeden Tag unterwegs, um alles genau zu erklären!“ Evelyn Artner, ÖVP

Er würde sich jedoch seitens der Politik eine Nachschärfung bei diesem Projekt wünschen. „Die, die das Glasfasernetz wollen, die bekommen es nicht, weil diejenigen, die es nicht brauchen, sie unbewusst blockieren und so die Quote steuern“, meint Stellwag, der das Projekt an sich aber unterstützt.

Auch in Schwarzau am Steinfeld bleibt es „spannend bis zum Schluss“, meint ÖVP-Bürgermeisterin Evelyn Artner. Bei welcher Quote man derzeit liegt, kann sie nicht sagen. „Viele melden sich gleich online an, andere bringen uns ihre Anmeldungen, die wir einscannen und an die zuständige Stelle schicken müssen. Und erst danach werden die Anmeldungen der jeweiligen Gemeinde zugeordnet“, erklärt Artner das Prozedere. Sie gibt sich aber sehr zuversichtlich, denn das Interesse der Bürger sei in den letzten Tagen enorm angestiegen.

„Die Kurve geht nach oben. Unsere Botschafter sind jeden Tag unterwegs, um genau zu erklären, was beim Glasfaserausbau passiert“, erzählt sie. Auch Artner selbst ist von einem Haushalt zum nächsten unterwegs. „Ich will mir Zeit nehmen, um alles genau zu erklären, denn ich möchte mir dann in zwei Jahren nicht vorwerfen lassen, warum wir den Glasfaserausbau nicht gemacht haben“, so die Ortschefin. Ob sie die 42 Prozent erreicht haben, bleibt noch bis zur Evaluierung Mitte August offen.

Liegenschaftsbesitzer aus Natschbach-Loipersbach und Schwarzau haben bis 31. Juli die Möglichkeit, sich am Gemeindeamt zu informieren beziehungsweise gleich einen Vertrag zu unterschreiben.

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