Glawogger erst auf Typhus behandelt. Einen Tag nach Bekanntwerden des plötzlichen Malaria-Todes des Pittener Filmemachers Michael Glawogger wurden nun in Absprache mit der Produktionsfirma Lotus Film sowie Glawoggers Witwe Andrea Details zum Krankheitsverlauf verlautbart.

Erstellt am 24. April 2014 (19:18)
NOEN, NÖN
In seiner Heimat Pitten war Michael Glawogger ein gern gesehener Mann. Er engagierte sich auch persönlich, als er etwa zuletzt zweimal im Gasthaus Manhalter im Rahmen eines Galaabends kochte.
Demnach erkrankteder bekannte Regisseur am vergangenen Freitag in Harper, Liberia. Die Symptomatik habe vorerst eine Typhusinfektion nahegelegt, gegen die er entsprechend behandelt wurde, heißt es.

„Schrittweises Organversagen“

Zunächst war „ein hochfiebriger Krankheitsverlauf von etwa drei Tagen erwartet“, heißt es weiters in dem Statement. Am Ostermontag wurde, nachdem sich „nur instabile Besserungsphasen“ eingestellt hatten, bei einem zweiten Test Malaria tropica diagnostiziert, die Medikation entsprechend umgestellt und Michael Glawogger ins Krankenhaus von Monrovia geflogen.

„Gleichzeitig wurde die Rückholung in die Wege geleitet, nach der er am frühen Morgen des Mittwoch in Wien eintreffen sollte. Die von Montag auf Dienstag eintretende rapide Verschlechterung seines Allgemeinzustandes führte aber währenddessen zu einem schrittweisen Organversagen, infolge dessen er am Dienstag um 23.40 Uhr MEZ auf dem Weg vom Krankenhaus zum Flughafen verstarb.“

„Die Reanimierung durch das kurz davor gelandete österreichische Ärzteteam blieb ohne Erfolg - ebenso wie zuvor die Versuche, in Liberia ein Dialysegerät beizustellen bzw. aus einem der Nachbarländer ein solches einzufliegen.“ Ob eine Dialyse geholfen hätte, bleibe jedoch Spekulation. „Eine bessere medizinisch-technische Ausstattung hätte die Chancen zur Rettung wohl erhöht, aber dieser Wettlauf mit der Krankheit wurde verloren.“