49-Jährige von drei Buben geschändet?. Drei Jugendliche (16 und 17 Jahre alt) sollen im Juli 2013 in Gloggnitz am Bahnhofs-WC eine 49-jährige Frau vergewaltigt haben.

Von Tina Jedlicka. Erstellt am 29. September 2014 (09:44)
NOEN, Jedlicka
Richter Kurt Weisgram leitete den Prozess gegen die drei Jugendlichen.

Wegen Raub wurden drei Neunkirchner Jugendliche schon im Dezember rechtskräftig verurteilt. Doch während der Raubverhandlung begann das Opfer plötzlich zu erzählen, dass sie auf der Bahnhofstoilette in Gloggnitz von den Burschen nicht nur beraubt worden sein soll. Zwei sollen sie gehalten haben, während sie ein Dritter geschändet haben soll. Dabei sollen sie sich abgewechselt haben.

„Habe sie geküsst, um sie abzulenken“

Nach der Verurteilung wegen des Raubes (die Burschen bekamen bedingte Strafen) mussten sie sich am Dienstag einem Verfahren am Landesgericht Wiener Neustadt wegen Vergewaltigung stellen. In Begleitung ihrer Väter erzählten sie, dass nichts passiert sei.

„Ich habe sie geküsst, um sie abzulenken“, meinte der 17-jährige Beschuldigte zu Richter Kurt Weisgram. Auch ihre Brüste habe er betastet. Aber geschlafen habe er nicht mit ihr: „Die ist so alt wie meine Mutter.“ Dazu Richter Weisgram: „Aber geküsst haben Sie sie?“ Der Beschuldigte nickte und schwieg. Die anderen beiden Beschuldigten (beide 16 Jahre alt) stritten die Tat ebenfalls ab.

Aber auch das Opfer machte zunächst keine eindeutige Aussage. In einer kontradiktorischen Einvernahme bestritt die Frau zunächst, vergewaltigt worden zu sein. „Die Burschen sind noch Kinder. Ich möchte nicht, dass sie bestraft werden“, wiederholte die Frau immer wieder. Sie sei ja selbst schuld gewesen, da sie einen Minirock angehabt habe.

Prozess wegen fehlenden Protokoll vertagt

Richterin Silke Schmirl, die die Einvernahme durchführte, dazu: „Also bei uns in Österreich dürfen wir Frauen kurze Röcke tragen, ohne dadurch Freiwild zu sein.“ Erst nachdem Richterin Schmirl die Frau darauf aufmerksam machte, dass sie die Burschen schon belastet habe und sich, wenn sie nun das Gegenteil behauptet, selbst einer falschen Zeugenaussage strafbar mache, begann sie zu erzählen.

Zwei Stunden lang erzählte sie von ihrem Martyrium. Richterin Schmirl erklärte ihr immer wieder, dass sie kein schlechtes Gewissen haben müsse, dass ihr das passiert sei.

Die Burschen bestritten den Vorwurf. Weil von der Einvernahme, die auf Video aufgezeichnet wurde, im Protokoll einiges fehlt und um eine zweite Einvernahme vorzuspielen, wurde der Prozess vertagt.