Arbeiterkammer feierte den 100er. Arbeiterkammer versteht sich seit 100 Jahren als ein starkes Korrektiv für Gerechtigkeit bei Arbeitnehmern – das wurde im Karl-Renner-Museum gefeiert.

Von Gerhard Brandtner. Update am 23. September 2020 (09:07)
SPÖ-Landtagsabgeordneter Christian Samwald, Michael Wilczek, SPÖ-Vizebürgermeister Erich Santner, Bürgermeisterin Irene Gölles (Liste), AK-Vizepräsident Horst Pammer, AK NÖ-Direktorin Bettina Heise, SPÖ-Nationalratsabgeordnete Petra Vorderwinkler und Barbara Blaha.
Brandtner

Für die junge Republik war das Jahr 1920 mehr als prägend. Unter schwierigen sozialen Rahmenbedingungen wurde nicht nur die neue Verfassung von Hans Kelsen beschlossen, sondern unter der Kanzlerschaft von Karl Renner auch eine beispielgebende Sozialgesetzgebung umgesetzt, welche hundert Jahre später noch immer ihre Spuren zeigt. Es entstanden nämlich die Arbeiterkammern, die sich bis heute als ein wirksames Korrektiv für Gerechtigkeit im demokratischen Zusammenleben verstehen.

Unter dem Motto „100 Jahre Gerechtigkeit - für immer?“ lud man daher zuletzt ins Karl-Renner-Museum ein, um sich der Thematik näher zu widmen. „Es sind 100 Jahre Einsatz für Gerechtigkeit und Solidarität. Und Gerechtigkeit kennt kein Ablaufdatum“, war Bürgermeisterin Irene Gölles (Liste „Wir für Gloggnitz“) in ihren Grußworten davon überzeugt, dass sich die Erfolgsgeschichte der Arbeiterkammer auch in Zukunft fortsetzen wird. Bettina Heise unterstrich, dass große Persönlichkeiten wie Renner und Arbeiterkammer-Gründer Ferdinand Hanusch viel erreicht hätten.

„Wir brauchen die Arbeiterkammer mehr denn je“, zeigte sie sich überzeugt – schließlich zeige gerade auch die Coronavirus-Pandemie zahlreiche Ungerechtigkeiten auf, so die Direktorin der Arbeiterkammer NÖ.

Dass die Arbeiterkammer viel erkämpft habe, betonte auch Barbara Blaha vom „Momentum Institut“. „Und die Verteidigung ist notwendig. Eine Aushöhlung darf nicht hingenommen werden“, erklärte Blaha ihren Standpunkt. Und betonte, dass die Arbeiterkammer unter anderem, wenn es um Themen wie Steuergerechtigkeit gehe, ein Sittenwächter sei. „Die Arbeiterkammer wird eine entscheidende Rolle spielen, ich freue mich darauf“, so Blaha.