„Carl & Ghega“ liefen an. Im Beisein hochrangiger Bezirks-, Landes- und Bundespolitiker liefen nun im Fröschnitzgraben die riesigen Schildbohrmaschinen an. Zuvor bekamen sie noch ihre Namen.

Von Gerhard Brandtner. Erstellt am 16. Juli 2018 (08:25)
G. Brandtner
„Carl“ und „Ghega“ nehmen ihre Arbeit auf. Bei der Andrehfeier dabei: Karl Weidlinger, Andreas Matthä, Hermann Schützenhöfer, Elisabeth Schöggl, Norbert Hofer, Kurt Budeweg und Ludwig Schleritzko.

Der Name Carl Ritter von Ghega ist untrennbar mit der Semmering-Bergstrecke verbunden. Und auch beim Semmeringbasis-Tunnel ist der Name des Meister-Ingenieurs allgegenwärtig.

Bei der „Andrehfeier“ am vergangenen Freitag im Fröschnitzgraben konnte ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä verkünden, dass sich beim Namenswettbewerb für die beiden Tunnelbohrmaschinen die Namen „Carl“ und „Ghega“ durchgesetzt haben. Bevor sich die gigantischen Maschinen jedoch Richtung Gloggnitz graben werden, gab es eine moderierte Gesprächsrunde.

Neben Andreas Matthä waren FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer, EU-Koordinator Kurt Bodewig, Steiermarks Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, ÖVP-Landesrat Ludwig Schleritzko und Swietelsky-CEO Karl Weidlinger auf der Bühne. Betont wurde der volkswirtschaftliche Mehrwert des Projektes sowie die Bedeutung für die Zukunft der europäischen und österreichischen Verkehrsinfrastruktur. Verkehrsminister Norbert Hofer bedankte sich für das Projekt: „Seit dem Ausbau der Westbahn haben wir dort 80 Prozent mehr Fahrgäste. Das zeigt, dass es sich lohnt“, so Hofer.

APA/ÖBB/Ebner
Die Tunnelbohrmaschinen „Carl“ und „Ghega“ starten ihr großes „Fressen“.

Ab 2026 werden die Fahrgäste in weniger als zwei Stunden von Wien nach Graz fahren können. Und ÖBB-Boss Andreas Matthä unterstrich auch, dass dann der Güterverkehr noch effizienter abgewickelt werden kann. Der „oberste Eisenbahner“ unterstrich auch die Leistungen der Ingenieure und aller Mitarbeiter bei diesem Projekt. „Wir arbeiten pünktlich wie die Eisenbahn“, so Matthä.

Damit es so bleibt, gab es dann den Startschuss für den Tunnelbohrer durch Tunnelpatin Elisabeth Schöggl. Es war auch für sie ein emotionaler Moment. Ihr Mann Josef Schöggl hat vor 20 Jahren beim Sondierungstunnel gearbeitet und starb beim Grubenunglück von Lassing (Steiermark). „Der Tunnel ist daher ein Zeichen, dass sein Engagement nicht vergeblich war. Das ist ein großer Trost für uns“, so Schlöggl, die dann per Funk das offizielle Kommando für den Start gab.

Jede der beiden Maschinen wiegt rund 2.500 Tonnen, ist 120 Meter lang und hat eine Leistung von rund 6.000 PS. Der Durchmesser des Bohrkopfes beträgt zehn Meter.