Semmering-Basistunnel: Video als neuer Aufreger. Umweltorganistion „Alliance for Nature“ steigt nach Video, das im Inneren des Semmering-Basistunnels aufgenommen wurde, erneut auf die Barrikaden und fordert Baustopp.

Von Gerhard Brandtner. Erstellt am 26. September 2020 (04:24)
Der Semmering-Basistunnel
ÖBB, Ebner

Nachdem im Sommer ein Video die Runde machte, welches im Baulos Gloggnitz des Semmeringbasistunnels einen Wassereinbruch dokumentierte, gibt es jetzt wieder Bildmaterial, welches diesmal auch der Umweltorganisation „Alliance for Nature“ zugespielt wurde. Die Umweltorganisation sieht damit einmal mehr ihre Befürchtungen bestätigt und fordert abermals die Einstellung und politische Absage des Tunnelprojektes.

Wie man jetzt wieder ausführt, hatte man schon im Jahr 2010 vor der Beeinträchtigung des natürlichen Wasserhaushaltes infolge des Tunnelbaues gewarnt und auch im Vorjahr die Wiederaufnahme der Genehmigungsverfahren beantragt. Dies wurde jedoch vom Bundesverwaltungsgericht abgelehnt. „Wie viele Wassereinbrüche müssen noch stattfinden, bis die Verantwortlichen endlich zur Besinnung kommen und begreifen, dass der Natur mit dem Tunnelbau ein unheilvoller Schaden zugefügt wird?“, fragt „Alliance“-Generalsekretär Christian Schuhböck. Er und sein Team fordern abermals die Einstellung des Millionen-Projektes im Semmeringgebiet.

„Ja, wir kennen das Video und es ist kein Neues. Wir sind in einem herausfordernden Abschnitt unterwegs.“ Christopher Seif, ÖBB-Pressesprecher

Bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sieht man dafür naturgemäß keinen Grund. „Ja, wir kennen das Video und es ist kein Neues. Wie schon des Öfteren kommuniziert und erwartet, sind wir beim Bau im niederösterreichischen Abschnitt in einem besonders herausfordernden Gebirgsabschnitt unterwegs“, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif auf Anfrage der NÖN Neunkirchen. Zudem erklärt Seif, dass vor jedem nächsten Schritt Bohrungen notwendig sind, um herauszufinden, wie das Gestein in den nächsten Metern beschaffen ist.

„Das angesprochene Video ist genau bei einer solchen Bohrung entstanden. Wie erwartet, wurde in diesem Bereich ein wasserführendes Karbonatgestein angetroffen. Mit diesen Erkenntnissen konnte man bereits den weiteren Vortrieb an die Situation anpassen. Es handelt sich um einen üblichen Arbeitsschritt“, so ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif.