Enkel des Mordopfers festgenommen. Nach dem Fund einer toten 75-Jährigen am Samstag in Grafenbach-St. Valentin (Bezirk Neunkirchen) ist der Enkelsohn des Opfers festgenommen worden. Der Verdächtige "verweigerte sämtliche Angaben" und wurde in die Justizanstalt Wiener Neustadt eingeliefert, teilte die Exekutive Sonntagfrüh mit.

Von Redaktion, APA. Update am 24. März 2019 (14:12)
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Die Frau wurde am Samstag in ihrem Haus gefunden
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Am Sonntag ist die gerichtsmedizinische Untersuchung zur Klärung der Todesursache durchgeführt worden. "Das Ergebnis der heutigen Obduktion wird am Montag von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt bekanntgegeben", teilte Polizeisprecher Johann Baumschlager am Nachmittag mit.

Die Medienarbeit in dem Fall übernehme die Staatsanwaltschaft, hieß es. Anfragen seien ab Montag an die Anklagebehörde zu richten. Bei dem in Bad Vöslau (Bezirk Baden) festgenommenen Enkel des Opfers soll es sich um einen Mann mit unstetem Aufenthalt handeln. Als mögliches Motiv für das Gewaltverbrechen wurde in Medienberichten ein Streit ums Geld genannt. Vonseiten der Polizei wurde dies - auch mit dem Hinweis, dass der 28-jährige Verdächtige zu den Vorwürfen schweige - nicht bestätigt.

Das Opfer wies "massive Gewalteinwirkung gegen den Hals" auf, sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager. Nähere Angaben zur Art der Verletzungen machte er vorerst nicht. Laut Medienberichten soll die 75-Jährige geschlagen und erstochen worden sein. Es handelt sich um das sechste tödliche Gewaltverbrechen an einer Frau seit Jahresbeginn in Niederösterreich.

Die Pensionistin war Samstagmittag in ihrem Haus tot aufgefunden worden. Verwandte hatten sich Sorgen gemacht, weil sie die allein stehende Frau nicht erreicht hatten. Sie hatten einen Schlüsseldienst verständigt, der die Eingangstür öffnete. Im Inneren des Gebäudes wurde die Leiche der 75-Jährigen gefunden. Das Landeskriminalamt (Mord- und Tatortgruppe) übernahm die Ermittlungen, im Haus wurden Spuren gesichert. Die Polizei ging von einem Gewaltverbrechen aus.

Bei Ermittlungen im Umfeld des Opfers ergab sich laut Polizei "ein dringender Tatverdacht" gegen den 28-jährigen Enkel des Opfers. Die Staatsanwaltschaft erließ eine Festnahmeanordnung gegen den österreichischen Staatsbürger, für den am Samstag in den späten Abendstunden in Bad Vöslau (Bezirk Baden) die Handschellen klickten. Die Festnahme erfolgte durch Beamte des Bezirks und die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS).

Die Serie an tödlichen Gewaltverbrechen heuer in Niederösterreich hatte am 8. Jänner begonnen, als eine 40-Jährige in Amstetten erstochen worden war. Einen Tag darauf wurde eine 50-Jährige im Bezirk Wiener Neustadt-Land durch einen Messerangriff getötet. Am 13. Jänner wurde in einem Park in Wiener Neustadt eine leblose 16-Jährige gefunden, ihr Tod trat laut Obduktion durch Ersticken ein. Am 21. Jänner wurde eine 32-Jährige in Tulln auf dem Parkplatz eines Supermarktes durch Stiche mit einem Dolch getötet. In Ebergassing (Bezirk Bruck a.d. Leitha) wurde am 25. Jänner eine 64-jährige Pensionistin in ihrer Wohnung entdeckt. Die Frau starb laut Obduktion an einem Schädel-Hirn-Trauma aufgrund von massiver Gewalteinwirkung gegen den Kopf.

Bei den Verdächtigen der fünf vorangegangenen Gewalttaten handelt es sich um vier Männer und eine Frau. Alle befinden sich in Untersuchungshaft bzw. in vorläufiger Anhaltung.