75-Jährige getötet: Mord-Prozess vor Start. Die Hauptverhandlung gegen den mutmaßlichen Mörder von Grafenbach ist für 10. und 17. Dezember anberaumt. Sein Anwalt bezweifelt das im Vorfeld erstellte Gutachten.

Von Clemens Thavonat. Erstellt am 26. November 2019 (04:56)
Der Tatort in der Grafenbacher Reihenhaussiedlung. Hier wurde im März das 75-jährige Mordopfer aufgefunden, seither gilt ihr Enkelsohn als dringend tatverdächtig.
Archiv

Gegen jenen jungen Mann, der im März in Grafenbach seine Großmutter mit mehreren Messerstichen getötet haben soll, sind nun der 10. und der 17. Dezember als Tage der Hauptverhandlung angesetzt worden. Viele Indizien belasten im Vorfeld den Angeklagten, dem eine paranoide Schizophrenie attestiert wurde (die NÖN berichtete ausführlich).

Rechtsanwalt Wolfgang Blaschitz hat große Pläne.
Archiv

Verteidiger Wolfgang Blaschitz ist da völlig anderer Meinung, will das im Hauptverfahren auch mit Gegengutachten belegen lassen: „Das ist doch völliger Schwachsinn“, so Blaschitz, „im Gutachten wird die geistige Abnormität meines Mandanten bestätigt, aber auch attestiert, der Angeklagte wäre zum Tatzeitpunkt durch Rauschmittel, Medikamente und Alkohol völlig neben der Spur gewesen – gleichzeitig wäre er aber durch die Einstellung mit Medikamenten völlig Herr seiner Sinne gewesen? Das ist doch ein massiver Widerspruch in sich selbst.“

Der Jurist habe bei Gericht bereits ein weiteres Gutachten beantragt, sollte dem nicht stattgegeben werden, „so werde ich Professor Walzls Gutachten und ihn selbst nach Paragraf 126 StPO ablehnen.“ Er sei mit diesem „Fantasiegutachten“ nämlich nicht einverstanden.