Tatrekonstruktion abgebrochen: Enkel sagte nichts mehr. Verdächtiger bestreitet Mord. Rekonstruktion wird abgebrochen.

Von Clemens Thavonat. Erstellt am 09. Juni 2019 (11:45)
Clemens Thavonat

Im Fall des Mordes an der 75-jährigen Pensionistin vom vergangenen März, gab es am Freitag den Versuch eines Lokalaugenscheins am Tatort.

Wie der Verteidiger des beschuldigten 28-jährigen Enkels des Mordopfers, Wolfgang Blaschitz, bereits im Vorfeld anklingen hatte lassen, brachte der Versuch gar nichts, musste nach etwa 45 Minuten abgebrochen werden. Der Verdächtige bestritt weiterhin die Tat, behauptete, gar nicht bei der Großmutter gewesen zu sein und daher auch nichts beitragen zu können. Danach schwieg er beharrlich.

Der Mann bestritt Drogen genommen zu haben

Im Blut des Mannes waren nach der damaligen Festnahme beeinträchtigende Substanzen, wie Opiate und Amphetamin festgestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der, laut Verteidigung, psychisch kranke Mann bestritt, dem Rechtsanwalt zufolge, Drogen genommen zu haben, vermutete, es hätte ihm jemand etwas ins Glas geleert.

Die Tat wurde im Schlafzimmer des Mordopfers mit einer Puppe nachgestellt. Rechtsanwalt Blaschitz beschrieb die Situation dabei als „sehr bedrückend“. Zuerst sei der 28-Jährige ruhig geblieben, habe aber „schwerstens überfordert“ gewirkt, dann kam es zur Verweigerung durch ihn.

Tatwaffen waren laut Blaschitz zwei Messer, eines davon gehört dem Beschuldigten. Der habe angegeben, es rund „eine Woche vor dem Vorfall verloren“ zu haben. Bei einem der Messer sei die Klinge abgebrochen. Laut psychiatrischem Gutachten, ist der Beschuldigte zurechnungsfähig. Wegen Gefährlichkeit liegen somit die Voraussetzungen für eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher vor. Nun werde auf ein ergänzendes Gutachten in Bezug auf Wechselwirkungen der im Blut gefundenen Substanzen gewartet. Weiters ausständig sei ein DNA-Gutachten.

NÖN.at berichtete