Ortskern-Projekt musste zurück an den Start. Erster Entwurf konnte nicht überzeugen, neuer Plan für Grimmenstein ist in Ausarbeitung.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 24. Oktober 2020 (04:23)
Das frühere Gasthaus Tanzler im Zentrum der Marktgemeinde Grimmenstein.
Philipp Grabner

26 Wohnungen, ein Saal für Veranstaltungen und Feiern, Büroräumlichkeiten, ein Dorfwirtshaus sowie zusätzlicher Raum für die bestehende Bäckerei – all diese Punkte umfasst jenes Großprojekt der Gemeindespitze, welches sich mit dem Grimmensteiner Ortskern auseinandersetzt. Nach intensiven Beratungen und Gesprächen im Gemeinderat reichte die örtliche Politik nun ein Konzept beim Gestaltungsbeirat des Landes Niederösterreich ein. Allerdings ohne Erfolg.

„Leider wurde dieses erste Konzept abgelehnt, wir sind daher wieder in einer intensiven Arbeitsphase“, erklärt Bürgermeister Engelbert Pichler (ÖVP) im NÖN-Gespräch. Architektonische Gründe hätten zu der Entscheidung des Landes geführt, so Pichler, der der NÖN auch Einblicke in die Begründung gewährt. „Der Wunsch war da, modernere Architektur zu verwenden“, legt Pichler dar.

„Das Projekt ist eine gewaltige Belastung, aber dringend für die Identität des Ortes notwendig!“ Engelbert Pichler (ÖVP), Bürgermeister

Die Flinte ins Korn werfen will der Ortschef aber keinesfalls – im Gegenteil. Zwar sei das Projekt finanziell mit Sicherheit „eine gewaltige Belastung für die Gemeinde“, aber: „Es ist dringend für die Identität des Ortes nötig!“ Hintergrund ist vor allem die Schließung des Traditionswirtshauses Tanzler vor zwei Jahren – seitdem gibt es in Grimmenstein kein typisches Gasthaus mehr, in dem Feiern oder Veranstaltungen abgehalten werden können. Zuletzt mussten auch die Bälle woanders stattfinden – etwa im „Grünen Baum“ in Edlitz. „Ein Gasthaus ist wichtig für die Kultur. Nirgendwo kann man aktuell im Ort eine Hochzeit oder eine andere Familienfeier begehen“, ist Pichler von der Notwendigkeit des Projektes überzeugt.

Umplanungsphase ist bereits angelaufen

Aufgrund der Entscheidung des Gestaltungsbeirates hat nun eine intensive Umplanungsphase inklusive Umrechnung begonnen, erklärt Pichler.

„Wir hatten im Vorhinein bereits eine zweite Variante, die wir schließlich nicht eingereicht haben. Diese ist nun die Grundlage für den neuen Entwurf“, präzisiert Pichler. Die Eckpfeiler des Projektes sollen aber bleiben: Die bestehende Bäckerei erhält einen zusätzlichen Raum, ein Saal soll für Veranstaltungen und große Feiern genutzt werden können und zwei Flächen sollen als Büroräumlichkeiten genutzt werden können. Außerdem soll zusätzlicher Wohnraum – direkt im Ortskern – geschaffen werden: In dem Gebäudekomplex sind drei Wohnungen im Erdgeschoss, zwölf Wohnungen im ersten Obergeschoss und elf Einheiten im Dachgeschoss geplant.

„Das kann sich durch Umplanungen minimal verschieben“, schätzt der Bürgermeister. Fix sind rund 33 Stellplätze in einer Tiefgarage sowie Kellerabteile. Errichtet soll das Gebäude von der Arthur Krupp GmbH werden, Gastro-Räumlichkeiten und Veranstaltungssaal will die Gemeinde danach erwerben. Die Kosten sind noch unklar.