Örtliches Freibad soll erweitert werden. Drei Stunden debattierten die Gemeinderäte am Mittwochabend in der Barbarahalle. Etliche Beschlüsse fielen einstimmig, manche mit durchaus lebendigen Diskussionen. Andreas Pinkl (ÖVP) wurde neben Ilse Teix (SPÖ) zum zweiten Umweltgemeinderat ernannt. Kritik gab es von der ÖVP betreffend der Erweiterung des Freibades.

Von Philipp Grabner. Erstellt am 02. Juli 2020 (12:14)

Die ungewöhnliche Location ist fast schon zur Gewohnheit geworden: Erneut trafen sich am Mittwochabend Grünbachs Gemeinderäte nicht im Sitzungssaal des Amtshauses, sondern in der Barbarahalle – 18 Punkte standen auf der Tagesordnung, drei Stunden lang wurde debattiert.

Etliche Beschlüsse fielen einstimmig, darunter einige Straßensanierungs-Projekte sowie die Errichtung einer Bläserklasse in der örtlichen Volksschule. Konsens herrschte auch beim Tagesordnung „Corona-Hilfe für Grünbacher“, wo eine Kooperation mit dem "Schwarzataler Social Club" angedacht ist. Im Vorfeld hatte sich eine Arbeitsgruppe mit Beteiligung beider Fraktionen gebildet, um Hilfsmaßnahmen auszuarbeiten. Ein Beschluss steht noch aus, soll aber schon demnächst gefasst werden.

ÖVP: "Prioritäten setzen!"

Uneins war man sich hingegen bei der von Bürgermeister Peter Steinwender (SPÖ) vorgeschlagenen Erweiterung des Freibades. Konkret soll der naheliegende Bach in die Freizeiteinrichtung eingebunden werden, „ganz nach dem Motto ,Zurück zur Natur‘. Die Kinder sollen hier die Möglichkeit haben, im Bach zu spielen“, konkretisierte Steinwender seinen Vorschlag.

Bei der ÖVP stieß das auf Ablehnung. „Jede Erweiterung erschwert die Tätigkeit des Bademeisters. Und ich sehe unseren Bach nicht als so idyllisch an“, merkte etwa ÖVP-Gemeinderat Harald Winkler an.

Seine Kollegin Marlies Hofer (ÖVP) brachte den finanziellen Aspekt ins Spiel: Derartige Projekte könne man andenken, wenn genug Geld da sei. „Ich denke, wir sollten – gerade in dieser Zeit – Prioritäten setzen.“ SPÖ-Gemeindevorständin Ilse Teix wiederum sprach von einer „zusätzlichen Attraktion“ – weshalb ihre Fraktion schließlich für den ersten Schritt in dem Projekt, eine Grenzvermessung, stimmte. Die ÖVP stimmte dagegen.

Pinkl ist zusätzlicher Umweltreferent

Besprochen wurde – auf ausdrücklichen Wunsch der ÖVP – auch die Ernennung eines zweiten Umweltgemeiderates. Das wäre „im Sinne des Miteinanders“, hatte geschäftsführender Gemeinderat und Fraktionsobmann Martin Bramböck (ÖVP) zuletzt mehrmals betont.

Nach internen Beratungen in der SPÖ habe es auch persönliche Gespräche gegeben, erklärte Bürgermeister Peter Steinwender (SPÖ): „Das Modell ist zwar sehr unüblich in Niederösterreich, aber es passt zum Konzept der Überparteilichkeit, das mir sehr am Herzen liegt.“ Weshalb 18 von 19 Gemeinderäten – Kurt Payr (SPÖ) enthielt sich – schließlich für Andreas Pinkl (ÖVP) als weiteren Umweltgemeinderat stimmten. Er bekräftigte, dass er Ilse Teix (SPÖ), die das Umweltressort seit etlichen Jahren betreut, die Arbeit „keinesfalls wegnehmen“ wolle, „ich möchte lediglich unterstützen“, wie er erklärte.

Bei der Gemeinderatssitzung wurde übrigens vonseiten der ÖVP-Fraktion der Ton aufgezeichnet. Fraktionsobmann Martin Bramböck (ÖVP) hatte zuvor Änderungen sowie Ergänzungen im Protokoll der letzten Sitzung gefordert. 

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